Stromverbrauch - zwei gegenläufige Entwicklungen

Stromzähler

Stromzähler


Beim Stromverbrauch gibt es zwei gegenläufige Entwicklungen. Einerseits werden Elektrogeräte immer sparsamer, aber andererseits steigen die Ansprüche der Nutzer, die technischen Möglichkeiten und auch die gesetzlichen Anforderungen an. So kommt es, dass heute trotz sparsamer Elektrogeräte oft mehr Strom verbraucht wird als vor zehn Jahren.

Wie verteilt sich Ihr Stromverbrauch übers Jahr? In einigen Gebäuden wird im Winter deutlich mehr Strom verbraucht als im Sommer. In diesem Fall muss man sich erst mit der Heizungspumpe und der Beleuchtung beschäftigen.

In anderen Gebäuden schwankt der Verbrauch über das Jahr gesehen fast nicht. Hier stehen dann Dauer-Stromfresser im Vordergrund.

Dauer-Stromfresser

Versteckte Stromfresser sind in jedem Haushalt zu finden und leider nehmen sie eher zu. Moderne Telefone haben Adressbücher, Anrufbeantworter und viele weitere Funktionen. So kommen allein für eine Telefonanlage im Monat 5 Euro Stromkosten zusammen.

Im Gemeindehaus verbraucht die Notausgangsbeleuchtung rund um die Uhr Strom. Wird beim Neubau eines Gemeindehauses das preiswerteste Notausgangsbeleuchtungssystem eingebaut, das nicht sonderlich energiesparend ist, fällt dafür im Betrieb täglich über ein Euro an Stromkosten an.

Weitere versteckte Stromfresser sind zum Beispiel automatische Türöffner, die Soundanlage und der Aufzug.

Ungeregelte Heizungspumpe

Ungeregelte Heizungspumpe

Häufig wird in kirchlichen Gebäuden das warme Wasser mit Boilern oder mit elektrischen Durchlauferhitzern erzeugt. Das ist grundsätzlich sinnvoll. In der Behindertentoilette und in der Küche ist warmes Wasser hilfreich. Aber für einfaches Händewaschen ist heißes Wasser eigentlich zu schade.

Alte Heizungspumpen haben häufig drei Stufen, in denen die Leistung eingestellt werden kann. Hier kann man testen, ob die niedrigste Stufe ausreicht, um die Wärme zu den Heizkörpern zu bringen. Es lohnt sich auf jeden Fall, diese Heizungspumpen gegen geregelte Pumpen auszutauschen. Diese Heizungspumpen liefern nur dann Wärme, wenn die Heizkörperventile diese anfordern. Die Landeskirche unterstützt den Heizungspumpentausch mit pauschal 150 Euro.

Rund um die Beleuchtung: LEDs

Außenbeleuchtung

In Sachen Beleuchtung hat sich in den letzten Jahren viel getan. Die LED-Technik entwickelt sich ständig weiter. Über kurz oder lang werden LEDs in fast allen Fällen die bisherige Beleuchtung ersetzen. Beim Austausch gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Die Qualität der Leuchtmittel ist sehr unterschiedlich: Gerade günstige Modelle vom Discounter halten nicht immer das, was sie versprechen.
  • Glühbirnen leuchten in alle Richtungen, LEDs oft nicht. Leuchtstoffröhren können zum Beispiel inzwischen problemlos durch LED-"Röhren“ ersetzt werden.

Beim Wechsel auf LEDs ist es daher sinnvoll, sich beraten zu lassen und verschiedene Modelle auszuprobieren.

Die ganze Nacht die Kirchen anstrahlen?

Es spricht einiges dafür, Kirchen nachts anzustrahlen. Auf diese Weise wird signalisier, dass Gott keinen Feierabend hat und immer ansprechbar ist.

Allerdings ist diese Außenbeleuchtung stromintensiv. Dazu kommt, dass  diese nach oben gerichteten Strahler Fledermäuse, Eulen und Nachtfalter zum Teil massiv stören. Daher lohnt es sich, die Außenbeleuchtung in den Blick zu nehmen. Ein paar Fragen können hier hilfreich sein:

  • Kann ein sparsamerer Strahl er eingesetzt werden?
  • Wieviel Fläche soll wann beleuchtet werden?
  • Lässt sich die Zeit und die Anzahl der Strahler reduzieren?

Bei Fragen zum Tierschutz ist die örtliche Nabu oder BUND-Gruppe ein guter Ansprechpartner.

Bilder: S. Hinderer/Umweltbüro der Evangelischen Landeskirche