Achtsam mit Wärmeenergie umgehen

Viele Menschen denken beim Energiesparen als erstes an das Einsparen von Strom, dabei ist der Umgang mit Wärmeenergie eigentlich wichtiger: Für die Heizenergie wird mehr ausgegeben als für Strom und durch das Heizen wird die Umwelt deutlich mehr belastet.

Beim Energiemanagement gilt: Keiner soll frieren und keine Energie soll unnötig verbraucht werden. Das zu erreichen ist die Kunst.

Die Wärmeversorgung in Gebäuden sollte möglichst reibungslos und effizient ablaufen: Sie funktioniert aber nur dann gut, wenn die einzelnen Elemente, die dazu gehören, ineinander greifen wie Zahnräder.

Der kurze Erklärfilm „Optimierung der Wärmeverteilung“, den das Bistum Hildesheim zu diesem Thema veröffentlicht  hat, zeigt sehr anschaulich, wie es gut funktionieren kann.
Klicken Sie auf das Dreieck im Bild, um den Film zu starten.

Die Heizkörper und ihre Thermostate

Thermostatventil

Thermostatventil

 

Heizkörper geben die Wärme, die im Heizkessel erzeugt wird, an die Raumluft ab. Wichtig ist, dass diese Heizkörper nicht hinter Möbeln oder Vorhängen versteckt sind.

Durch Thermostate wird festgelegt, bis zu welcher Raumtemperatur Wärme abgegeben wird. In kirchlichen Gebäuden gibt es zwei Arten, wie die Temperatur der Heizkörper eingestellt wird:

  • Dezentrale Einstellung: An jedem Heizkörper kann eingestellt werden, wie viel Wärme abgegeben werden soll. Das sind die klassischen Drehknöpfe. Ein Vorteil der klassischen Thermostate ist, dass sie sehr einfach zu verstehen und zu bedienen sind.
  • Zentrale Einstellung: Die Thermostate eines Raumes oder des gesamten Gebäudes sind mit einer zentralen Steuerungseinheit verbunden. In der Regel werden die Daten per Funk übertragen.

Die zentrale Steuerung hat mehrere Vorteile: Es können Zeiten programmiert werden und man hat den Überblick über alle Heizkörper. Neue Anlagen können auch per Smartphone-Steuerung bedient werden.

Der Heizkreis

Größere Gebäude haben mehrere Heizkreise. Das Wasser im Rücklauf sollte mindestens 10 Grad kühler sein als das Wasser im Vorlauf. Wenn nicht, wird zu viel warmes Wasser im Kreis herumgepumpt. Ein Temperaturunterschied von 15-20 Grad deutet auf eine gut eingestellte Heizung hin.

Wenn Teile des Heizkreises nicht gedämmt sind, gehört es zu den einfachen und effektiven Energiesparmaßnahmen, diese zu isolieren.

Die Pumpe und der Mischer

Ungeregelte Pumpe

Ungeregelte Pumpe

Das Wasser im Heizkreis wird durch eine Pumpe bewegt. Neue Pumpen sind automatisch geregelt und pumpen nur so viel Wasser durch den Heizkreis wie benötigt. Diese Pumpen können nicht von Hand eingestellt werden. Anders ist es bei den Pumpen, die mehrere Stufen haben. Hier reicht es häufig, wenn die Pumpe von Hand auf Stufe 1 eingestellt wird. Der Mischer sorgt dafür, dass das abgekühlte Wasser aus dem Vorlauf mit heißem Wasser aus dem Heizkessel gemischt wird.

Der Mischer arbeitet abhängig davon, was an der Heizungssteuerung eingestellt wird. Wichtig ist aber zu überprüfen, ob er korrekt funktioniert und nicht festsitzt. Das sollte im Rahmen der jährlichen Heizungsinspektion begutachtet werden.

Der Brenner und der Heizkessel

Feuerraum einer Hackschnitzelheizung

Feuerraum einer Hackschnitzelheizung

 

Der Kessel und Brenner sollte mindestens einmal jährlich vom Fachmann gewartet werden.

Wichtig ist, dass bei der Jahresinspektion nicht nur darauf geachtet wird, ob die Heizung fehlerfrei funktioniert, sondern auch darauf, dass sie möglichst energiesparend eingestellt ist.

Die Heizungssteuerung

Das Gehirn der Heizanlage ist die Heizungssteuerung. Hier kommen die Informationen zusammen, wie viel Wärme zu welchem Zeitpunkt zur Verfügung stehen soll. Diese Steuerungen sehen ganz verschieden aus und werden auch unterschiedliche bedient. Aber die Grundeinsteilungen sind bei allen Heizungen dieselben.

An der Steuerung stellen Sie ein, in welchem Modus die Heizung arbeitet. Sie können zum Beispiel definieren, dass im Tag-Modus in den Räumen eine Temperatur von 20° C erreicht werden soll und im Absenkungsmodus eine Temperatur von 15° C.

Eine Änderung der Heizkennlinie ist dann nötig, wenn:

Steilheit der Kennlinie verstellen

Steilheit der Kennlinie verstellen



  • Wenn die erzeugte Wärme in der Übergangszeit ausreicht, aber im Winter bleibt es zu kalt: Die Steigung der Kennlinie erhöhen.Wenn die erzeugte
  • Wärme in der Übergangszeit ausreicht, aber im Winter wird es zu warm: Die Steigung der Kennlinie flacher einstellen.
Niveau der Kennlinie verändern

Niveau der Kennlinie verändern



  • Wenn die erzeugte Wärme im Winter ausreicht, aber in der Übergangszeit wird es zu warm: Die gesamte Niveau der Kennlinie wird abgesenkt.
  • Wenn die erzeugte Wärme im Winter ausreicht, aber in der Übergangszeit bleibt es zu kalt: Die gesamte Niveau der Kennlinie wird angehoben.

Je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto flacher ist die Heizkurve.

Der Faktor Mensch

Jeder Mensch empfindet Wärme oder Kälte anders. Deshalb ist es nicht möglich, es allen Menschen recht zu machen. Es ist daher wichtig, dass Regeln aufgestellt werden, wie mit der Heizung umgegangen wird. Folgende Fragen stellen sich: 

  • Wie warm soll es in den Räumen sein?
  • Wer bedient die Heizkörper in den Räumen?
  • Wer bedient die Heizungssteuerung? Hier empfehlen wir dringend, dass nur wenige Personen darauf zugreifen und dass jede Änderung dokumentiert wird.
  • Wird die Heizung (regelmäßig) an die tatsächliche Belegung angepasst? Oder wechselt die Heizungssteuerung zu festgegebenen Zeiten vom Nacht-Betrieb in den Tag-Betrieb?
  • Wie tief wird die Heizung in Ferienzeiten abgesenkt? Einfache Nachtabsenkung oder tiefer?
  • Wann wird die Heizung im Jahr an- und ausgemacht?

Quellenangabe

Erklärfilm "Optimierung der Wärmeverteilung": Bistum Hildesheim
Bilder: S. Hinderer/Umweltbüro der Evangelischen Landeskirche