Artenschutzveranstaltung „Turmsanierer und Nestbauer – Konflikte zwischen Gebäudeerhaltung und Tierbesiedlung“

Bild: Monika Schäer-Penzoldt

Große Resonanz fand die Artenschutzveranstaltung „Turmsanierer und Nestbauer – Konflikte zwischen Gebäudeerhaltung und Tierbesiedlung“ für ArchitektInnen und Mitarbeitende in Bauämtern und Kirchenpflegen am 28. Oktober 2016 im Hospitalhof in Stuttgart.
Zu dieser Fachtagung hatten der Umweltbeauftragte Klaus-Peter Koch zusammen mit Dipl. Ing. Architekt Gerald Wiegand von der Bauberatung des Oberkirchenrates eingeladen.

Es zeigte sich, dass der Artenschutz kein Hemmnis sein muss, wenn Bau- und Sanierungsarbeiten, auch aus Sicht des Artenschutzes, rechtzeitig geplant werden und alle Partner, wie z. B. Naturschutzbehörden und Artenschützer, frühzeitig mit einbezogen werden. Sehr anschaulich stellte Dr. Dietrich Kratsch, Leiter des Referates Naturschutzrecht beim Regierungspräsidium Tübingen, die rechtlichen Vorgaben vor und zeigte auf was diese für das praktische Vorgehen bedeuten. Sehr praxisbezogen, mit vielen Fotos, behandelte anschließend Ingrid Kaipf, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz, das Thema „Fledermäuse, Tauben und weitere Konflikte“.

Anhand positiver und negativer Beispiele bei der Durchführung von Sanierungsmaßnahmen wurde aufgezeigt wie wichtig die großen warmen Dachstühle mit ihren vielen Versteckmöglichkeiten und die Kirchtürme mit ihren Brutmöglichkeiten für eine Vielzahl von Vogelarten sind. Frau Kaipf wies in diesem Zusammenhang auf die besondere Verantwortung der Kirchen hin, da sie einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt leisten.



Bild: Helga Baur

Besondere Beachtung fand bei den 50 Tagungsteilnehmern ein „Großes Mausohr“, das sie mitgebracht hatte.

Diese Fledermaus ist einer dieser typischer „tierischen“ Kirchenbewohner, deren Quartiere sich leider immer mehr im Rückgang befinden, z. B. durch das komplette Vergittern der Kirchtürme und Dachstühle als Taubenabwehrmaßnahme.

Das Fledermausmännchen hatte Frau Kaipf gerade aufgrund einer Flügelverletzung in Pflege, da es sich noch nicht im Winterschlaf befand, durfte es mit zur Tagung und dort ganz praktisch aufzeigen welche faszinierenden Tierarten in Kirchen zuhause sind.

Die Tagung wurde von der Architektenkammer als Fortbildungsangebot anerkannt.