Dr. Martinus, wie ist das mit der Nachhaltigkeit?

Diese Frage hat das Umweltbüro anlässlich des Studientages 2016 gestellt. In verschiedenen theologischen Annäherungen haben wir gefragt, was aus reformatorischer Sicht zu unserem Lebensstil und zu unserem Verhältnis zur Schöpfung zu sagen ist.
Die Vorträge sind in einer Broschüre veröffentlicht, die eine Reihe mit Beiträgen, Informationen und Arbeitshilfen zur kirchlichen Umweltarbeit eröffnet. Die Referate des Studientages geben Anstoß und Begründung für das eigene Handeln. Sie regen gleichzeitig zu Diskussionen über einen nachhaltigen Lebensstil an.

Von Oktober 2016 bis Oktober 2017 erinnern wir an 500 Jahre Reformation. Dr. Martinus, wie ist das mit der Nachhaltigkeit ? Diese Frage nimmt im Jubiläumsjahr einerseits Bezug zu den reformatorischen Grundlagen. Sie greift andererseits mit der Frage nach der Nachhaltigkeit die drängenden Herausforderungen unserer Zeit auf.

Was aber ist nun „Nachhaltigkeit“? Die Kernaussage dieses so vielfältig benutzen Begriffes „Nachhaltigkeit“ wird in den Leitlinien der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in wenigen Sätzen erklärt:

  • ‚‚Handle so, dass die natürlichen Ressourcen, die Arbeit und die von Menschen produzierten Güter wie auch die ökologischen Lasten weltweit und zwischen gegenwärtigen und zukünftigen Generationen gerecht verteilt werden.
  • ‚‚Handle so, dass die Vielfalt des Lebens in Würde dauerhaft gewährleistet ist.
  • ‚‚Verhalte dich dabei als Gast und nicht als Besitzer.
  • ‚‚Handle so, dass die Gäste, die nach dir kommen, mindestens gleichwertige Lebensbedingungen vorfinden wie du.

Damit ist nachhaltiges Handeln mehr als eine einmalige Aktion. Wenn wir uns nachhaltig, oder im oben genannten Sinne „enkeltauglich“, verhalten, betrifft dies alle Lebensbereiche. Nachhaltiges Handeln ist eine Daueraufgabe. Und mehr noch: nehmen wir die Anforderungen nachhaltigen handelns ernst, müssen wir unseren Lebensstil, unsere Ernährungsgewohnheiten, unser Einkaufs- und Konsumverhalten, unsere Wirtschaftsweise und unser Verhältnis zur Schöpfung immer wieder neu hinterfragen.

Dies haben wir im Studientag 2016 des Umweltbüros aufgegriffen. Ziel war es dabei nicht, Checklisten oder Handlungsanweisungen für einen nachhaltigen Lebensstil zu erstellen. In theologischen  Annäherungen haben wir zu Beginn des Reformationsjubiläums gefragt: „Dr. Martinus, wie ist das mit der Nachhaltigkeit ?“. Es wäre falsch zu erwarten, dass wir aus den Schriften des Reformators direkte Antworten auf die komplexen Herausforderungen der Gegenwart erhalten. Doch was ist aus  reformatorischer Sicht zu unserer Wirtschaftsweise, unserem Ernährungs- und Konsumverhalten oder auch zu unserem Verhältnis zur Schöpfung zu sagen?

Die Frage „Dr. Martinus, wie ist das mit unserem Lebensstil ?“ ist so gesehen an uns selbst gerichtet. Sie lautet: Wie stehen wir als Protestanten zur Anforderung eines nachhaltigen Lebensstils ?

In unserer Broschüre finden Sie Beiträge der Autoren: Karl-Ulrich Gscheidle, Ralf Häußler, Klaus-Peter Koch, Klaus-Peter Lüdke und Jochen Stolch zum Thema Nachhaltigkeit.

Broschüre: Dr. Martinus, wie ist das mit der Nachhaltigkeit ? als PDF (883 KB)