50 Jahre Lukaskirche – 10 Jahre Lebensraum Kirchturm

© Bild: Anke Beisswänger (NABU)

v.l.n.r.: Umweltbeauftragter Klaus-Peter Koch, NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle, Pfarrerin Elke Kaltenbach-Dorfi, Prälatin Gabriele Arnold, Dekan Friedrich Zimmermann, NABU Ortsgruppe Volker Schad

Prälatin Gabriele Arnold und NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle verleihen 213. Plakette in Baden-Württemberg.
In Baden-Württemberg unterstützen jetzt über 200 Kirchen die NABU-Aktion „Lebensraum Kirchturm“ und heißen Falken, Fledermäuse & Co. willkommen. Prälatin Gabriele Arnold, NABU-Landeschef Johannes Enssle sowie Klaus-Peter Koch (Umweltbeauftragter der Evangelischen Landeskirche) haben zum Festgottesdienst anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Gerlinger Lukaskirche die 213. „Lebensraum Kirchturm“-Plakette am Turm aufgehängt.

Gemeinsam mit Pfarrerin Elke Kaltenbach-Dorfi hatte die NABU-Gruppe Gerlingen dieses Frühjahr einen Falken-Nistkasten am Kirchturm angebracht. Jetzt bot das Gemeindejubiläum den passenden Rahmen, um die Auszeichnung zu verleihen. „Es ist eine besondere Freude, im dreifachen Jubiläumsjahr – 500 Jahre Martin Luther, 50 Jahre Lukaskirche, zehn Jahre NABU-Aktion – die ‚Lebensraum Kirchturm‘-Urkunde zu überreichen“, sagte der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. „Turmfalken, Große Mausohren und viele andere Arten sind auf die gemeinsame tatkräftige Unterstützung durch die Kirchen und NABU-Gruppen im Land angewiesen. Kirchtürme bieten dringend benötigten Wohn- und Lebensraum für viele bedrohte Arten.“

Die Plakette mache den gemeinsamen Einsatz für den Artenschutz deutlich sichtbar, hob der Umweltbeauftragte der Landeskirche, Klaus-Peter Koch, hervor. „Unser Ziel ist es, als Kirche einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und Lebensräume zu leisten. Denn die Vielfalt der Schöpfung ist ein Abglanz der Herrlichkeit Gottes. Wir wollen in unseren kirchlichen Liegenschaften in besonderer Weise auf den Artenschutz achten. Es freut mich sehr, dass dieses Engagement mit der Auszeichnung ‚Lebensraum Kirchturm‘ in der Gerlinger Lukaskirche belohnt wird.“ 

Prälatin Gabriele Arnold betonte: „Die Bewahrung der Schöpfung – und dazu gehört natürlich die Erhaltung der Artenvielfalt – ist für uns als Christen keine Nebensächlichkeit. Wir haben von Gott den Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Und deshalb gehört Engagement für die Tierwelt, aber auch für Luft, Wasser und Erde zu den zentralen Aufgaben, denen sich Menschen in der Kirche stellen. Ich danke der Lukasgemeinde ganz ausdrücklich. Und ich danke dem NABU für die konstruktive Zusammenarbeit und den Impuls für die Aktion ‚Lebensraum Kirchturm‘.“

Über „Lebensraum Kirchturm“:

Kirchtürme und andere Gebäude in Städten und Dörfern dienen als Ersatz für natürliche Bruthöhlen und -nischen in Felsen oder Bäumen. Leider gehen auch solche Ersatz-Brutmöglichkeiten im Siedlungsraum zunehmend verloren. Bei Sanierungen werden zum Beispiel oft Einfluglöcher oder Brutnischen verschlossen oder Gitter zur Abwehr von Tauben angebracht.

Um Nistplätze bedrohter Arten zu sichern, hat der NABU mit dem Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen 2007 die Aktion „Lebensraum Kirchturm“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Brutstätten für Turmfalken, Fledermäuse, Schleiereulen, Dohlen und andere Arten zu erhalten. Ebenso wichtig ist es, renovierte Kirchtürme wieder als Lebensraum zu öffnen, etwa indem dort Nistkästen angebracht werden.

Kirchen, die ihren Turm öffnen und sich besonders für den Artenschutz einsetzen, werden mit einer Urkunde ausgezeichnet und erhalten eine Plakette, die sie am Gebäude anbringen können. Insgesamt 213 von bundesweit mehr als 1.000 besonders gastfreundlichen Kirchen liegen in Baden-Württemberg, das damit bundesweit mit Abstand den ersten Platz belegt, in der württembergischen Landeskirche sind 88 Kirchen ausgezeichnet (Stand Mai 2017). 

Erfolgsgeschichten:

Unter www.NABU-BW.de/lebensraumkirchturm stellt der NABU im Lauf des Jahres Erfolgsgeschichten aus zehn Jahren „Lebensraum Kirchturm“ in Baden-Württemberg vor.

Bild: Anke Beisswänger (NABU)