Wenn nicht jetzt, wann dann?

Den Grünen Gockel – kirchliches Umweltmanagement – gemeinsam mit Gleichgesinnten im Konvoi einführen
Für die nächsten ca. 3 Jahre ist die Grüne Gockel–Geschäftsstelle mit 100% besetzt. Das hat hoffentlich Folgen: Kirchengemeinden und Einrichtungen mit Grünem Gockel nehmen zu, kirchliche und diakonische Organisationen aller Art (Kitas, Bezirksstellen, Sozialstationen, Verwaltungsstellen, Heime aller Art, ….) führen zuhauf kirchliches Umweltmanagement ein, es gibt für jede_n das passende Aus- und Fortbildungsangebot – ...
Das Land Baden-Württemberg fördert die Einführung von EMAS oder/und dem Grünen Gockel mit einem finanziellen Zuschuss zur Beratung (siehe unter „Konvoi"). Dies soll - wo möglich - genutzt werden.

Der Grüne Gockel

  • ist ein speziell für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen gemeinsam mit Kirchengemeinden und Einrichtungen entwickeltes Umweltmanagementsystem nach der Europäischen Norm EMAS (eco management and audit scheme), 
  • entfaltet eine hohe Wirksamkeit, benötigt eine relativ geringe Dokumentation, wird alle 4 Jahre von außen begutachtet 

Ziele sind:

  • Gott als den Schöpfer des Himmels und der Erde ins Leben holen 
  • Bildung des Bewusstseins der ganzen Organisation zu „Bewahrung der Schöpfung"  
  • intelligente Nutzung von Ressourcen = systematische + dauerhafte Verringerung des Verbrauchs 
  • nachhaltige und dauerhafte Verankerung des Systems in der Organisation (= breite Basis) 
  • transparent, glaubwürdig, wirtschaftlich sein: so lebt + wirkt die Organisation nach innen + außen 

Konkret:

  • Energie aller Art intelligent und effizient nutzen (Beleuchtung, Heizungssteuerung, Verhalten, Geräte, Ressourcen, Gebäude, ...) 
  • verantwortungsvoller und transparenter Umgang mit Energie, Geld, Umwelt, ... 
  • Gebäude, Flächen, Veranstaltungen ansehen, erfassen, Verbesserungen planen  
  • Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Verkehrsaufkommen, Abfallaufkommen, Reinigungsmittelverbrauch, ... erfassen, bewerten, Verbesserungsvorschläge erarbeiten 
  • Öffentlichkeit herstellen (z.B. durch Info nach innen und außen, Umwelterklärung alle 4 Jahre) 
  • Einhaltung Umweltrecht prüfen – Rechtssicherheit erhöhen 
  • Management aufbauen: klare Regelung von Zuständigkeiten und Verantwortung 
  • breite Beteiligung aller irgendwie Betroffenen, auch „vom Rand" 
  • „Schöpfung" in der Gemeinde, der Einrichtung zur Sprache bringen (in Gottesdienst, Gruppen, ...) 
  • Sich einmischen in ein dringendes kirchliches und gesellschaftliches Thema  

Ergebnisse – das haben Sie davon:

    1. „Schöpfung" wird zum Thema quer durch Generationen und Gruppierungen  
    2. finanzielle Einsparungen (z.B. in den ersten Jahren nachweislich zwischen 5 und 30 % Energieeinsparung mit keinen oder nur gering investiven Maßnahmen) 
    3. Kompetenzerweiterung der Leitungsgremien durch Wissen der Tatbestände 
    4. klare Organisation durch klare Zuständigkeiten 
    5. Herstellung von Öffentlichkeit / Transparenz bringt Glaubwürdigkeit 
    6. Umweltteam wird beratendes Fachgremium  
    7. Ständige Beratungs- und Unterstützungsangebote durch die Geschäftsstelle, …

     

 

Start:

  • Fragen Sie die Geschäftsstelle Grüner Gockel, Umweltbeauftragte anderer schon beteiligter Organisationen, Umweltauditor_innen, … zur Information für Ihre Leitungsgremien an 
  • Das Leitungsgremium beschließt, Umweltmanagement - den Grünen Gockel - einzuführen 
  • Die Geschäftsstelle Grüner Gockel der Evangelischen Landeskirche wird benachrichtigt – sie vermittelt eine_n kirchliche Umweltauditor_in, die/der Sie bis zur Validierung vor Ort konkret und direkt begleitet, unterstützt, berät 
  • Die Organisation sucht ein Umweltteam: ca. 3 – 7 Personen 

Dauer:

  • Zur Einführung des Systems bis zur 1. Zertifizierung ca. ¾ - 1 Jahr 
  • Das System wird dauerhaft in die Organisation eingebettet 

Zeitaufwand:

  • Für das Umweltteam während der Einführung ca. alle 4 Wochen eine Sitzung, eventuell weitere Termine zwischendurch, nach der 1. Zertifizierung Treffen ca. 1 x im Quartal + Aktionen 
  • Für das Leitungsgremium während der Einführungsphase etwa alle 2 Monate ein Tagesordnungspunkt, nach der 1. Zertifizierung 1 x im Jahr ein intensiver TOP 

Kosten:

  • Arbeitsmöglichkeit schaffen: Raum, Getränke, Übernahme Kopierkosten, ... 
  • (zeitweise) Teilnahme von Hauptamtlichen an Sitzungen (Hausmeister_in, Verwaltung, Pfarrer_in, ...) 
  • Unterstützung der Erfassung durch Verwaltung, Sekretariat, ... 
  • Erstellung / Druck der Umwelterklärung 
  • Pro Nachmittag / Abend in der Organisation eine Aufwandsentschädigung für den / die Umweltauditor_in während der Einführungsphase 
  • Erstattung der Fahrtkosten der Umweltauditorin / des Umweltauditors 

Leistungen der Geschäftsstelle Grüner Gockel:

  • Bereitstellung von Arbeitsmaterialien: Erfassungsprogramm, Grünes Buch, Vorlagen, Formulare, ... 
  • Begleitung, Beratung und Unterstützung bis zur 1. Begutachtung durch ehrenamtliche eigens dafür ausgebildete Kirchliche Umweltauditor_innen (KUA), bei nichtkirchlichen Organisationen durch eine_n Zusammenarbeit mit einer Beratungsfirma 
  • Erstattung der Aufwandsentschädigung und Fahrtkosten der KUA nach erfolgreicher Zertifizierung* für Kirchengemeinden 
  • Erstattung der Kosten des/der Gutachter_in für die Zertifizierung* für Kirchengemeinden 
  • Beratung, Unterstützung und Begleitung durch die Geschäftsstelle (Hotline) 
  • Fortbildungsangebote für Organisationen, Umweltteammitglieder, Interessierte, ... 

* Stand 06.2017

 

Die Konvoi-Idee

Eine Idee des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Zur Förderung des Grünen Gockels / Umweltmanagement in Kirchengemeinden, Einrichtungen aller Art, Verwaltung, Betrieben, …

Ökoaudit-Konvoi heißt:

mehrere Organisationen (Kirchengemeinden / Einrichtungen/Betriebe/…) machen sich gemeinsam auf den Weg, jede Organisation* führt ihr Umweltmanagementsystem (Grüner Gockel / EMAS) passend zu ihrer speziellen Situation in der Organisation / Gemeinde / Einrichtung ein, in manchen Punkten wird zusammengearbeitet. Mit dabei können kirchliche, kommunale und soziale Einrichtungen, Betriebe, …. sein. Fünf bis 10 Kirchengemeinden und Einrichtungen, Betriebe oder sonstige Organisationen finden sich jeweils zusammen.

* Das heißt: Kirchengemeinde, Kirchenpflege, Sozialstation, Kita, Alten-/Pflegeheim, Kinderheim, Studentenwohnheim, Verwaltung, Bauhof, Bäckerei, Hotel, …

Die Landeskirche bzw. die Geschäftsstelle Grüner Gockel unterstützt dabei besonders intensiv

  • mit Kirchlichen UmweltauditorInnen (Ehrenamtliche mit besonderer Ausbildung), die jeweils jede Organisation in diesem 1. Jahr beim Aufbau vor Ort begleiten und unterstützen 
  • für Kirchengemeinden: mit einer Energieberatung vor Ort 
  • mit circa 6 – 8wöchentlichen Treffen der am Konvoi beteiligten Organisationen, in denen die nächsten Schritte konkret besprochen und vorbereitet werden – manche Schritte bei der Einführung können auch mehrere gemeinsam machen, dann wird der Arbeitsaufwand geringer 
  • mit Arbeitsmaterialien, die die Arbeit sehr erleichtern – so erfindet nicht jede Organisation das Rad neu (so gibt es zur notwendigen Datenerfassung des Energie- und sonstigen Verbrauchs ein Programm, es gibt das „Grüne Buch" als Arbeitsanleitung und Handbuch, in dem alle Erkenntnisse und Erarbeitungen zusammengefasst sind, viele Checklisten und vieles mehr) 
  • Hotline über die Geschäftsstelle Grüner Gockel 
  • Koordination, Organisation, Planung, Durchführung der Treffen 

 

Fördergelder des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

gibt es im Moment zur Einführung eines Umweltmanagementsystems im Konvoi – nach der EU-Verordnung EMAS bis zu 5.000 Euro, nach der landeskirchlichen Umweltmanagementverordnung Grüner Gockel bis zu 4.000,-- Euro - jeweils pro Organisation, jeweils höchstens 80 % der Gesamtberatungskosten zur Einführung. Für Kirchengemeinden: Die restlichen 20% der Kosten übernimmt im Moment die Landeskirche bzw. Geschäftsstelle Grüner Gockel (Stand Januar 2017), alle anderen Organisationen tragen diese Kosten selbst (die sich rasch durch entsprechende Einsparungen durch intelligenten Energieverbrauch amortisieren).

Finanziert werden durch die Förderung:

  1. Organisation und Durchführung der gemeinsamen Treffen der Umweltteams aller beteiligten Organisationen (Konvoitreffen) 
  2. die Beratung durch die Kirchlichen Umweltauditor_innen vor Ort (Aufwandsentschädigung + Fahrtkosten) 
  3. Umweltgutachter_innen auswählen, Unterstützung bei Begutachtung, u.ä. 
  4. Erarbeitung und Bereitstellung des Arbeitsmaterials (Datenerfassung, Checklisten, Handbuch, …) 
  5. Erarbeitung und Bereitstellung von weiterem Material (Ausstellungsstücke, Öffentlichkeitsarbeit, …) 
  6. Hotline, Beratung und Unterstützung durch die Geschäftsstelle 
  7. die Ausbildung der Kirchlichen Umweltauditor_innen 
  8. die Fortbildung für die Kirchlichen Umweltauditor_innen und die Umweltbeauftragten / Umweltteams der Organisationen 

 

 

10 Schritte zum Grünen Gockel – zu EMAS  

  1. Die Organisation nimmt Kontakt auf zur Geschäftsstelle Grüner Gockel. Es kommt ein_e Umweltauditor_in bzw. die Geschäftsstellenleitung in die Organisation und stellt den Grünen Gockel unverbindlich der obersten Leitung (z.B. Kirchengemeinderat) und/oder Interessierten vor.  
  2. Die Leitung beschließt die Einführung von Umweltmanagement/des Grünen Gockels und benennt eine/n Umweltbeauftragte/n. 
  3. Der/die Umweltbeauftragte gründet mit weiteren Interessierten ein Umweltteam (3 - ? Personen). Diesem Team stellt die Geschäftsstelle Grüner Gockel eine/n Berater_in zu Seite - den/die Umweltauditor_in (KUA). Diese_r unterstützt, begleitet und berät das Umweltteam bis zur Validierung. 
  4. Das Team plant eine Auftaktveranstaltung. Dadurch wird das System / der Grüne Gockel in der Organisation bekannt gemacht. Hier finden sich weitere Interessierte für das Umweltteam. 
  5. Das Umweltteam formuliert –z.B. in Zusammenarbeit mit der Pfarrerin / dem Pfarrer und dem Kirchengemeinderat - Umweltleitlinien. Die Leitlinien beschreiben die grundsätzlichen Umweltziele der Organisation. Das Leitungsgremium beschließt dann diese Leitlinien. 
  6. Es folgt die Bestandsaufnahme: Das Umweltteam erfasst die umweltrelevanten Daten der Gemeinde, z. B. monatlich Heizenergie-, Strom- und Wasserverbrauch sowie jährlich z. B. das Abfallaufkommen, Papierverbrauch, die Reinigungsmittel und die rechtlichen Grundlagen, … 
  7. Aus dem Zusammenspiel von Umweltleitlinien und der Bestandsaufnahme entsteht ein Umweltprogramm, vom Team vorgeschlagen. Es enthält konkrete Verbesserungsmaßnahmen für einen Zeitraum von vier Jahren, eventuell auch darüber hinaus. Termine und Verantwortlichkeiten werden festgelegt. Das Leitungsgremium (z.B. der Kirchengemeinderat) berät und beschließt. 
  8. So entsteht Schritt für Schritt ein Umweltmanagementsystem. Dieses wird in den folgenden Monaten getestet. Erste Verbesserungen bei den Umweltauswirkungen werden sichtbar. 
  9. Die wichtigsten Ergebnisse aus Bestandsaufnahme und den Folgerungen daraus fasst das Team in einer Umwelterklärung zusammen. 
  10. Ein Umweltgutachter/eine Gutachterin überprüft vor Ort, was in der Umwelterklärung steht und erklärt die Umwelterklärung durch seine/ihre Unterschrift für wahr (Validierung).

   Die EMAS- bzw. Grüne-Gockel-Urkunde bestätigt den Erfolg auch nach außen.

   Das Umweltteam überprüft fortan jährlich die selbstgesteckten Umweltziele.

   Das Zertifikat gilt für vier Jahre und wird dann erneuert

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