Bitte, reduzieren Sie CO2!

Für Dinge, die wir verbrauchen, sind wir es gewohnt, etwas zu bezahlen: Wasser, Gas, Strom, aber auch Essen und Trinken. Doch für einen Stoff bezahlen wir seltsamerweise nichts: für unsere Luft, die wir atmen. Wir alle brauchen sie, weltweit, ob arm oder reich. Und Luft kennt dabei keine Ländergrenzen – im Gegensatz zu vielen anderen Stoffen, die wir verbrauchen.

"Reduziert den Ausstoß von CO2! Verringert die Luftverschmutzung! Wirtschaftet nachhaltig!", rief der Leitende Bischof von Tansania den Besuchern des Kirchentages beim Eröffnungsgottesdienst vor dem Brandenburger Tor zu. In Afrika sei der Klimawandel viel heftiger zu spüren als in Europa mit seinen gemäßigten Klimazonen. Es bleibe der Regen aus, das Getreide vertrockne auf den Feldern und Millionen Kinder und Erwachsene litten Hunger, ja "sind von Hungertod bedroht".
 „Gott gab uns Atem, damit wir leben“, beginnt ein Lied, das gerne in unseren Gottesdiensten gesungen wird. Ja, auch die Luft zum Atmen ist Gottes Geschenk! Wir sollten verantwortlich mit ihr umgehen. Aber da Luft als einziger Rohstoff nichts kostet, gehen wir verschwenderisch damit um und produzieren schädliche Abgase ohne Ende.
Bitte, reduzieren Sie CO2! Das Zeitfenster, das uns noch offensteht für die Begrenzung von CO2, reicht bis 2030. Wenn wir so weitermachen wie bisher, sagen die Forscher vom weltberühmten Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, dann ist spätestens in 15 Jahren die Atmosphäre dicht.
Der Bischof aus Tansania berichtete weiter von einer großartigen Aktion: Am Kilimanjaro pflanzen die Konfirmanden seit einigen Jahren Bäume, um das Klima zu verbessern. Drei Millionen Bäume sollen es werden, um CO2 aus der Luft zu filtern.  
Was können wir tun? Wir alle könnten in Zukunft den Verbrauch von Luft wie einen sehr wertvollen und äußerst hochpreisigen Rohstoff in unser Denken und unsere Aktivitäten einbeziehen: bei der Wahl des Autos (auch des Dienstwagens), bei der Fahrt zur Arbeit, bei der Planung unseres Urlaubes, bei der Beheizung unserer Häuser, ja beim Verbrauch überhaupt.

Eckart Schultz-Berg
Dekan von Bad Cannstatt