Blumensamen-Tütchen mit bunten Sommerblumen vom Umweltbüro der Landeskirche

"Jeder Garten ist ein Buch Gottes, aus dem das Wunder ersehen werden kann, das Gott täglich tut." So sagt schon Martin Luther. Er kannte freilich die modernen Kiesgärten nicht, samt schottergefüllter „unkraut"-freier Gabionen. Diese Kiesgärten, mit einsamer Konifere, mögen zwar auf den ersten Blick pflegeleicht sein, aber sie sind auch steril. Hier findet kein Insekt Pollen und Nektar und keine Amsel einen Wurm. Auch spielende Kinder sind in solch einem Garten nur schwer vorzustellen. Sehnen wir uns nach dem Winter nicht nach einem bunt blühenden Gartenparadies?

Diese Blumensamen-Aktion wird in Kooperation mit der Stadt Stuttgart durchgeführt. Die Blumensamen-Mischung wurde speziell vom Umweltamt der Stadt Stuttgart aus einheimischen bunten Arten zusammengestellt, die viel Pollen und Nektar für Insekten spenden. Die Mischung besteht aus 20 bunten einheimischen Arten, die einen Sommer lang blühen.

Wie und wo bekomme ich die Blumensamen-Tütchen?

Die Blumensamentütchen werden bei den Veranstaltungen des Umweltbüros, wie z. B. am AGU-Stand auf dem Kirchentag in Berlin oder beim Info-Stand auf dem Landesmesnertag in Ludwigsburg, sowie dem Netzwerktreff Stuttgarter Grüner-Gockel-Gemeinden kostenlos abgegeben. Eine Übersicht über unsere Veranstaltungen finden Sie hier:
http://www.umwelt.elk-wue.de/aktuelles/veranstaltungen/Zusätzlich können die Samentütchen samt einem Faltblatt mit Tipps zum umweltfreundlichen Gärtnern ab dem 20. März während der üblichen Öffnungszeiten an der
Pforte des Hospitalhofes Stuttgart
https://www.hospitalhof.de/service/anfahrt/  sowie im Eingangsbereich der
Pforte des Oberkirchenrates
https://www.service.elk-wue.de/uploads/tx_templavoila/OKR_Anfahrt_Stadt_01.pdf abgeholt werden.

 

Ein paar Aussaathinweise

Wildblumen brauchen viel Sonne, aber weniger Nährstoffe als klassische Balkonpflanzen. Verwenden Sie nicht zu fetten/nährstoffreichen Boden bzw. strecken Sie diesen mit etwas Sand. Verwenden Sie auf jeden Fall torffreie Blumenerde. Während der Wachstums- und Blühzeit brauchen Sie die Pflanzen nicht zu düngen.

Kirchgärten als kleine Paradiese gestalten - damit Bienen und Schmetterlinge wieder eine Chance bekommen

Viele in unseren (Kirch-)Gärten vorkommende Arten sehen zwar schön aus, bieten aber für Insekten kaum oder keine Nahrung, so z. B. die so schöne und beliebte Forsythie, oder die Edelrosen mit ihren gefüllten Blüten oder extra pollenlos gezüchtete Sonnenblumen. Kurzgeschnittener Rasen und exotische Gehölze (Lebensbaum, Kirschlorbeer,...) tun dann ein übriges.

Forscher beklagen nicht umsonst den Insektenschwund in Deutschland und mit ihm den Rückgang von vielen Vogel- und Fledermausarten. Insekten, wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind vom Frühjahr bis zum Herbst aktiv. Leider finden sie nicht zu jeder Zeit genügend und geeignete Blüten.

Damit es nicht zu "Engpässen" kommt können wir auf den Grünflächen rund um die Kirche als Ausgleich für die ausgeräumte Landschaft dafür sorgen, dass Pflanzen wachsen, die für ein kontinuierliches Angebot an nektar- und pollenreichen Blüten für Insekten sorgen. Die blühenden Blumen kommen so indirekt auch den Vögeln und Fledermäusen zugute. Gut eignen sich die Samentütchen auch für kleine Projekte mit Konfirmanden oder Kindergartenkindern oder für Familiengottesdienste.

Was kann ich für Bienen und Schmetterlinge tun?

  • Wild- und Honigbienen benötigen von Frühling bis zum Herbst ein reichhaltiges Nahrungsangebot an Nektar und Pollen. Berücksichtigen Sie bei Aussaat und Pflanzung die verschiedenen Blühzeiten, so dass zwischen März und Oktober immer etwas blüht.
  • Pflanzen und säen Sie heimische, nicht gefüllte Blütenpflanzen.

  • Die verblühte Pflanzenstängel sollten im Herbst stehen bleiben. Einige Wildbienenarten nutzen den hohlen Stängel als Nist- oder Schlafplatz, Larven überwintern darin und schlüpfen im Frühjahr.

  • Nützlingshäuschen, Steinhaufen, Totholzbereiche  und lehmige Sandhaufen bieten Nistmöglichkeiten für viele Wildbienenarten.

  • Der Torfabbau zerstört die ökologisch wertvollen Moorlandschaften unwiederbringlich. Verwenden Sie torffreie Blumenerde.

  • Durch den Kauf von biologisch erzeugten Lebensmitteln sorgen Sie dafür, dass weniger bienenschädliche Pestizide ausgebracht werden.

  • Bezugsadressen für heimische Pflanzen und Samen finden Sie beim Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e. V. www.natur-imvww.de/Bezugsquellen

Bild: Benedikt Adler / Martina Lemke