2. Woche: Digitales Fasten

Mit dem Handy und PC im Internet

Skypen mit der Freundin in Tokio,...

... bei WhatsApp Fotos vom Mittagessen in der Vesperkirche hochladen, Tweets bei Twitter, auf Facebook den Termin mit den KollegInnen bestätigen, … PC, Smartphone & Co machen es möglich: wir sind immer präsent, immer online. Damit verpassen wir keine neue Nachricht, keine Sensation, sind immer up to date, egal, ob der örtliche Handballverein gewinnt, in Syrien ein Massaker droht, in Ostafrika eine Hungersnot.

Dank Mails und Smartphone macht der Beruf für viele auch am Feierabend keine Pause. Ständig erreichbar zu sein belastet viele Beschäftigte. Ständig flexibel und erreichbar zu sein und sein zu sollen, setzt unter dauernden Druck. Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) stellte in einer Umfrage fest: Wer auch in seiner Freizeit für den Job ständig verfügbar ist, neigt eher zu Erschöpfungszuständen. Kids haben häufiger Schulprobleme, so sagt eine Studie der DAK-Gesundheit. Fast jede fünfte Schülerin bzw. Schüler nutzt täglich mindestens sechs Stunden elektronische Medien.

Smartphone – die Liebe das Lebens (aus DIE ZEIT Nr. 37/2012): Niemand kennt uns so gut, niemanden berühren wir so oft, pausenlos stehen wir in Kontakt mit unseren Smartphones. 90,4% der Deutschen über 14 Jahren haben laut einer Bitkom-Studie ein Mobiltelefon. Dies sind nach Zahlen von 2013 über 63 Millionen. Weltweit wurde vermutlich 2014 die 7-Milliarden-Grenze überschritten.

Professor Manfred Spitzer in seinem Buch „Cyberkrank“ beschreibt, wie wir von der Angst beherrscht werden, etwas zu verpassen. Und weil über PC, Smartphones & Co. so viele Möglichkeiten angeboten werden, können wir uns nicht entscheiden, machen nichts (oder nichts richtig) und verpassen dadurch vieles. Alles kann man vernünftig einsetzen, wenn die Dosierung stimmt. Professor Spitzer meint: Sozialverhalten kann man nur durch reale Sozialkontakte lernen … Die Digitalisierung des Alltags hat fatale Folgen, so Spitzer, vor allem für Kinder.

Klimafakten: Ein Handy verbraucht nicht viel Energie, im Off-Modus  verbraucht es ca. ½  KWh in 40 Tagen.  Die meisten schädlichen Emissionen entstehen beim Abbau der Materialien und der Produktion sowie des Transports des Geräts. Wird der Off-Modus genutzt, wird die Lebensdauer des Geräts verlängert. Eine längere Nutzungsdauer ist bei allen elektronischen Geräten klimaschonend.

Ein wesentlicher Umweltfaktor ist der häufige Wechsel der Geräte – die alten landen dann häufig in der Schublade oder im Müll. In jedem Smartphone steckt eine Vielzahl an Metallen und seltenen Erden wie Tantal, Gold, Silber, Palladium, Kobalt, Kupfer. Problematisch dabei ist u.a., dass beim Abbau dieser seltenen Erden selten Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. Die starke Nachfrage nach diesen Rohstoffen ist eine wesentliche Ursache für Konflikte und Kriege (siehe www.reset.org). Schwierig ist auch die Entsorgung der Geräte, zum einen wegen der wertvollen Ressourcen, zum anderen wegen der enthaltenen Giftstoffe wie z.B. Blei und Quecksilber.

Weitere Informationen:

Reszensionen

Manfred Spitzer: Cyberkrank! wie das digitalisierte Leben unsere Gesundheit ruiniert - Verlag Droemer, 2015

https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1002

Weitere Informationen:

https://reset.org/knowledge/umweltproblem-mobiltelefon

Jedes Jahr kaufen die Deutschen 35 Millionen neue Handys. Was passiert mit den alten Geräten? Viele landen noch immer – verbotenerweise – im Hausmüll. Dabei stecken in den Mobiltelefonen viele wertvolle Stoffe, die recycelt werden können. Die Infografik der ZEIT informiert ausführlich: Handy-Recycling (PDF)

"Die Rohstoff-Expedition - Entdecke, was in (d)einem Handy steckt!" Um Jugendliche für den Umgang mit begrenzten Ressourcen zu sensibilisieren, hat das BMBF Lern- und Arbeitsmaterial zu Herstellung, Nutzung und Recycling eines Handys entwickelt. Anhand der neuen Unterrichtsmaterialien erfahren sie, wie sie diese Alltagstechnik bewusster nutzen und damit jeden Tag aufs Neue etwas für die Umwelt tun können. Entdecke, was in (d)einem Handy steckt

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Bild: pixabay.com