FLEDERMÄUSE – Schützenswerte Mitgeschöpfe

Luther-Eiche mit Fledermauskasten

Luther-Eiche mit Fledermauskasten

Fledermäuse sind oft treue Kirchgänger. In den geräumigen, warmen und meist stillen Kirchendachstühlen und -türmen fühlen sich Fledermausarten wie das Mausohr, Langohr oder die Breitflügelfledermaus sehr wohl. Tagsüber hängen die Fledermäuse an Dachlatten oder sind im Gebälk versteckt. In der Nacht fliegen sie durch Öffnungen aus um nach Insekten zu jagen. 

Fledermäuse besiedeln über Jahre hinweg die selben Quartiere. Daher ist die Erhaltung von bestehenden Quartieren vorrangiges Ziel. Neuansiedlungen kommen nur in seltenen Fällen vor. Da Fledermäuse sehr empfindlich auf Störungen reagieren müssen die  Wochenstuben von April bis August völlig in Ruhe gelassen werden. 

Sanierungsmaßnahmen dürfen nur von Oktober bis April durchgeführt werden, also wenn die Fledermäuse im Winterquartier sind. Dabei sollten auf jeden Fall die bestehenden Einflugöffnungen offen gehalten werden. Die Öffnungen können z. B. durch spezielle Fledermausziegel so angelegt werden, dass nur Fledermäuse und keine Tauben sie nützen können. Auf keinen Fall dürfen bei Fledermausvorkommen giftige Holzschutzmittel verwendet werden.

Steht eine Dachstuhlrenovierung oder ein neuer Fassadenanstich, bzw. das Anbringen einer Außendämmung an, so kann das auch dann zum Konflikt führen wenn die Tiere gerade gar nicht anwesend sind (also im Herbst und Winter).

Lassen Sie sich daher vor jeder Sanierung eines Fledermausquartiers von der unteren Naturschutzbehörde (dem Landratsamt) beraten, denn Sie brauchen in jedem Falle ein Ausnahmegenehmigung (Ausnahmeverfahren nach EU-Recht)! Zum Teil können Sie auch Zuschüsse bekommen. Fragen Sie auch daher bei Ihrer Naturschutzbehörde nach. Der unteren Naturschutzbehörde liegt auch eine Liste der Sachverständigen vor, die im Landkreis aktiv sind.  Falls Sie nicht genau wissen ob Sie Fledermäuse im Dachstuhl haben, so sollten Sie Ihre Kirche von solch einem Sachverständigen auf mögliche Fledermausvorkommen untersuchen lassen. Nehmen Sie mit den Fachleuten am besten schon lange bevor mit der Arbeit begonnen werden soll Kontakt auf. So kann im Vorfeld eine Bestandsaufnahme durchgeführt werden. In aller Ruhe kann dann überlegt werden, wie eine spätere Veränderung des Quartiers schonend durchgeführt werden kann. So lassen sich in aller Regel Lösungen finden, die sowohl dem Schutz der Fledermäuse als auch den notwendigen Bauarbeiten gerecht werden.

Gerne können Sie bei Fragen zu Fledermäusen und anderen tierischen Mitbewohnern das Umweltbüro anrufen.