Fracking

  • Die Technik

Unter Fracking wird die Förderung von Erdgas aus so genannten „unkonventionellen Lagerstätten“ verstanden. In Deutschland betrifft dies Schiefer oder Kohleflöze, die in einer Tiefe von weniger als 3000 Metern gelagert sind. Das Erdgas ist in diesen Lagerstätten zu fest gebunden um es durch einfache Bohrungen an die Oberfläche zu leiten. Um diese Erdgaslagerstätten nutzen zu können wird mit der Fracking-Technologie ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in die Lagerstätte gepresst. Dies geschieht mehrmals und über längere Zeiträume. Dadurch entstehen Risse im Gestein, die ein Entweichen des Gases ermöglichen.

 

  • Die Hoffnung

Der neue Erdgasboom in den USA basiert auf dieser Technik. Auch in Deutschland sind Forderungen nach einer Erkundung und Nutzung möglicher Lagerstätten erhoben worden. Damit könnten nach Auffassung der Befürworter neue Energiequellen erschlossen und Importabhängigkeiten im Energiebereich vermindert werden.

 

  • Die Risiken

Umweltschützer sehen vor allem in dem so genannten „Flow-back“ ein sehr hohes Risikopotenzial. Wasser, eingesetzte Fracking-Chemikalien und Giftstoffe aus den Lagerstätten können an den Bohrstellen an die Oberfläche gelangen oder in Grundwasserleiter eindringen. Es wird befürchtet, dass das in die Erde verpresste Gemisch auch langfristig aus tieferen Schichten in das Grundwasser aufsteigen kann.

 

  • Die Beurteilung durch Experten

Das Umweltbundesamt (UBA) hat im Juli 2014 den zweiten Teil einer Studie veröffentlicht, die sich mit den Umweltauswirkungen von Fracking beschäftigt und diese Technologie ablehnt. „Solange sich wesentliche Risiken dieser Technologie noch nicht sicher beherrschen lassen, sollte es in Deutschland kein Fracking zur Förderung von Schiefer- und Kohleflözgas geben“  sagte Maria Krautberger, die Präsidentin des Umweltbundesamtes, bei der Vorstellung des Gutachtens (zit. In: Süddeutsche.de Wissen vom 30.Juli 2014). Diese Haltung deckt sich mit der Einschätzung kirchlicher Umweltexperten, die Fracking aufgrund des hohen Gefährdungspotenzials ablehnen (http://www.ekd.de/agu/aktuell/1080.html ).

Umweltschützern geht die Studie des UBA nicht weit genug. So ist es nicht Inhalt der Studie eine systematische Risikobewertung des Fracking zu erstellen. Sie geht z.B. auch nicht auf möglicherweise durch diese Technik ausgelösten Erdbeben ein.

 

  • Keine Lösung der Energiefrage

Unabhängig von der Frage der Risikobewertung sehen sowohl die Kirtiker des Fracking als auch das Umweltbundesamt in dieser Form der Erdgasgewinnung keine Lösung der drängenden Energiefragen. Die Präsidentin des Umweltbundesamtes hält Fracking nicht für den „Heilsbringer im Klimaschutz, der uns den Umstieg auf die erneuerbaren Energien erleichtern kann.“ Maria Krauzberger betont „Es wäre besser, unser Land konzentriere sich stärker auf nachweislich umweltverträgliche Energieformen wie die Erneuerbaren Energien“ (zit. In: Süddeutsche.de Wissen vom 30.Juli 2014).