Gänseblümchen

Wie wäre es mit einem Strategiewechsel? Statt Herbizid und Englischer Rasen ein Zierrasen mit Gänseblümchen, Löwenzahn und Ehrenpreis. Die lästigen "Unkräuter" geben Bienen Nahrung, man kann aus den Gänseblümchen mit Kindern einen Haarkranz winden. Viele dieser Wildkräuter sind zudem essbar. Im Frühling schmecken die Blüten und Blätter übrigens am zartesten.

Was tun gegen Unkäuter und Schnecken?

Pflanzenschutzmittel Roundup und Metaldehyd-Schneckenkorn - nur scheinbar harmlos

Wenn die Gartensaison Mai in vollem Gange ist, sprießt leider auch da das Grün wo man es gar nicht haben möchte. Schnell gerät man da in Versuchung das Problem durch ein Herbizid zu lösen. Glyphosat - so heißt ein Pflanzenschutzmittel gegen Unkräuter (Herbizid) das seit Jahrzehnten in großen Mengen auch in Privatgärten eingesetzt wird. Der Wirkstoff galt bisher als unbedenklich - die Weltgesundheitsorganisation hat nun aber Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft, da es in Verdacht steht Zell- und Erbgutschäden beim Menschen zu verursachen. Daher haben die Verbraucherschutzminister der Länder die Bundesregierung aufgerufen, den Verkauf des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat an Privatleute "aus Vorsorgegründen" zu verbieten.

Dabei galt dieses Pflanzenschutzmittel, das zum Beispiel unter dem Name Roundup im Handel ist, lange Zeit offiziell als unbedenklich. Die Werbung preist es sogar für Privat- und Kleingartenanlagen als Wundermittel für saubere Gärten an.

Wir sollten nicht auf ein Verbot warten, sondern mit gutem Beispiel vorangehen. Der Umwelt sowie unserer Gesundheit tut man etwas Gutes, wenn wir schon jetzt im Blumen-, Kräuter-, und Gemüsebeet auf die Anwendung dieses Unkrautvernichtungsmittels verzichten. Nicht umsonst heißt es in einem Sprichwort: Traue nicht dem Ort, an dem kein Unkraut wächst.

Eine Alternative zu Glyphosat ist das mechanische Jäten des Unkrautes. Als Nebennutzen lässt sich manches "Unkraut" sogar zu einem schmackhaften Gericht verarbeiten (z. B. Löwenzahn, Giersch, Brennessel, Vogelmiere...). Es gibt im Fachhandel und Gartencenter gutes Werkzeug (Hacke, Unkrautstecher...), mit dem man rückenschonend die Pflanzen samt Wurzeln entfernen kann. Am besten geht das nach einem Regenguss, dann lassen sich die Pflanzen samt Wurzeln leicht aus dem Boden ziehen.

Damit Unkräuter erst gar nicht keimen und sich ausbreiten kann man Beete im zeitigen Frühjahr durch eine dicke Schicht Rinden- oder Holzhackschnitzelmulch bedecken. Allerdings sollten solche Beete dann zusätzlich mit etwas Stickstoff (z. B. Hornmehl) gedüngt werden, da die Bakterien, die das Holz zersetzen, Stickstoff brauchen und dem Boden entziehen.

Zwischen Sträuchern kann man natürliche Bodendecker wie Kriechender Thymian, Römische Kamille, Steinbrech, Golderdbeere, Vergissmeinnicht (Gedenkemein) oder Kriechenden Günsel pflanzen, durch ihren dichten Wuchs können Unkräuter nur hochkommen.

Möchte / kann man partout nicht auf ein Herbizid verzichten, so sollte ein Herbizid mit dem (natürlichen) Grundstoff Pelargonsäure, eventuell in der Kombination mit Maleinsäure, gewählt werden, um auf den problematischen Stoff Gyphosat zu verzichten.

Wichtig zu wissen: Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist auf Gehwegen, Hof- und Pflasterflächen sowie Zufahrten durch das Pflanzenschutzgesetz ganz verboten (Grund: Regen kann die Herbizide von den gepflasterten oder geteerten Flächen abwaschen. Sie gelangen so in das Grundwasser sowie in Seen oder Flüsse)! Auf diesen Flächen bleibt daher im Regelfall nur die Entfernung von Moos und Kraut durch mechanische Entfernung, am besten nach dem Regen, da lässt sich das "Unkraut" leicht aus Ritzen und Fugen mit der Hand, einer Drahtbürste oder einem Fugenkratzer entfernen. Auf größeren Flächen wäre auch ein Hochdruckreiniger (gibt es zum Ausleihen im Baumarkt) einsetzbar. Das Abflämmen verbraucht viel Energie und zudem treiben die Unkräuter dann wieder aus den Wurzeln aus.

Regnet es im Frühjahr und Sommer viel, so können Nacktschnecken zur Plage werden. Bitte verwenden Sie gegen die gefrässige Schnecken auf keinen Fall Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Metaldehyd. Dies ist ein sehr giftiger Stoff, der bei Aufnahme den sehr qualvollen Tod von Klein- und Haustieren zur Folge hat. Bei Hunden und Katzen kann schon das Ablecken der Pfoten für eine Vergiftung ausreichen. Auch für Kinder kann Metaldehyd sehr gefährlich sein. Eine ungefährliche und ebenfalls wirksame Methode ist, neben dem Absammeln der Schnecken oder mechanischen Barrieren, Schneckenkorn mit dem (ungefährlichen, auch in der Natur vorkommenden) Grundstoff Eisen-III-phosphat.