Mitgeschöpf Tier

"Den Menschen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen bedeutet, ihnen ein Leben in Menschlichkeit zu sichern; entsprechend verlangt Gerechtigkeit im Blick auf die Tiere, sie tiergerecht, insbesondere artgerecht zu behandeln. Die artgerechte Behandlung von Tieren hat zur Voraussetzung, ihnen Bedürfnisse zuzugestehen - und zwar, bezogen auf den Menschen, sowohl gleiche als auch andere - und sich mit diesen Bedürfnissen vertraut zu machen." aus: Zur Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf. EKD-Texte 41, Hrsg. Kirchenamt der EKD, Hannover 1991, S. 10

Schon 1711 forderte Pfarrer Adam Gottlieb Weigen aus Leonberg in einem Buch über Tierschutz eine Verbesserung des täglichen Umgangs mit den Geschöpfen Gottes. Er forderte einen barmherzigen Umgang mit den Tieren ein, die er bewusst Mitgeschöpfe nennt, denen Gott eine Seele gegeben hat. Unbarmherzigkeit gegenüber den Tieren führt seiner Meinung dazu, dass Menschen „auch lernen, mitleidlos und hart zu ihren Nebenmenschen zu sein.“

Pfarrer Adam Dann verfasste 1822 als Reaktion auf das Schießen eines Storchenpaares, das sein Nest mit drei Jungen auf dem Kirchendach in Mössingen hatte, eine Tierschutzschrift, eine Ethik der Mitgeschöpflichkeit, gegen die sinnlose Quälerei von Haus-, Nutz- und Wildtieren. Diese und weitere Schriften des pietistischen Pfarrers Dann hatten auf seinen Freund, den Liederdichter und Pfarrer Albert Knapp, eine so starke Wirkung, dass dieser 1837 in Stuttgart den ersten Tierschutzverein Deutschlands ins Leben rief. Die Bewahrung der Schöpfung und ein nachhaltiger pfleglicher Umgang mit den uns anvertrauten Mitgeschöpfen ist ein zutiefst kirchliches Anliegen.

Gerne können Sie sich bei Fragen zum Thema Mitgeschöpft Tier / Tierschutz an das Umweltbüro wenden.