Der Turmfalke - Ein kirchlicher Untermieter braucht Schutz

Sitzender Turmfalke

Sitzender Turmfalke


Der Turmfalke, der früher oft Kirchtürme bewohnte, hat es zunehmend schwerer. Maßnahmen zur Taubenabwehr nehmen ihm immer mehr seine angestammten Brutplätze. Kirchengemeinden könnten ihm aber mit einfachen Mitteln wieder eine Heimat bieten. Konfirmanden könnten Nistkästen basteln und PC-begeisterte Tüftler, die sich bestimmt in jeder Kirchengemeinde finden, könnten sogar eine Webcam im Kirchturm installieren. Kindergartenkindern kann die Faszination und Schönheit des Mitgeschöpfs Turmfalke anhand von Bilderbüchern oder Bastelbögen nahegebracht werden. Und da gibt es immer wieder Mesnerinnen und Mesner, die sich freuen und ihre Umgebung darauf aufmerksam machen, wenn "ihr" Turmfalke im Frühjahr wieder den Kirchturm besiedelt und mit hellem "kikikikikiki" elegant um den Kirchturm kreist.

Warum sind Turmfalken bedroht?

Dies liegt zum einen an der Zersiedlung der freien Fläche. Dadurch rückt das Jagdgebiet eines Turmfalken immer weiter von seinem Nistplatz weg, das sowieso durchaus mehrere Kilometer vom Nestplatz entfernt sein kann. Für den Turmfalken wird es dadurch immer schwieriger, seine bevorzugte Nahrung, Feldmäuse und andere Wühlmäuse, im charakteristischen Rüttelflug aufzufinden. Zudem braucht er offene Freiflächen und im Winter auch geeignete Ansitze z. B. Hecken oder allein stehende Bäume. Zum anderen hat aber auch der Verlust von geeigneten Brutplätzen zum langsamen, aber stetigen Rückgang geführt. Der Turmfalke als einstiger Felsbewohner bevorzugt nämlich hochgelegene Brutplätze. Von daher nistet er sehr gerne in städtischer Umgebung auf Kirchtürmen. Leider wurden viele dieser Kirchtürme in den letzten Jahrzehnten im Rahmen von Umbau- und Sanierungsmaßnahmen hermetisch von außen abgedichtet. Mit den Tauben wurden dabei unbedacht auch Turmfalken, Schleiereulen und Fledermäuse ausgeschlossen.

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