Praktische Hilfe für den Turmfalken

Wird ein Nistkasten im Kirchturm angebracht oder am Turm außen aufgehängt, so wird dieser in der Regel in kürzester Zeit bezogen. Selbst ursprünglich für Schleiereulen angebrachte Nistkästen werden gerne von Turmfalken angenommen. Die Nistkästen sorgen für sichereren Bruterfolg, da so z. B. Marder nicht so leicht an die Brut herankommen. Der Kasten sollte möglichst hoch außen oder innen an der Süd- oder Ostseite des Kirchturmes angebracht werden.

Wichtig für den Bau von Nistkästen: Die Kästen sollten ein Mindestmaß von jeweils 30 cm in Länge, Breite und Höhe haben, und die obere Hälfte der Vorderwand sollte offen bleiben. Anleitungen für solche Holznistkästen gibt es z. B. bei den örtlichen Gruppen des Naturschutzbund Deutschland e.V.

Auch sollte unbedingt beachtet werden: Während der Aufzuchtzeit die Vögel nicht stören und in dieser Zeit auch keine Umbaumaßnahmen durchführen. Das Turmfalkenweibchen legt zwischen Mitte April und Mitte Mai drei bis sieben Eier und brütet 29 Tage lang. Die Jungen werden gut vier Wochen lang gefüttert. Nachdem die Jungvögel das Nest verlassen haben, werden sie noch weitere vier Wochen von den Eltern begleitet und gefüttert. Danach verlassen sie die Eltern, um sich eine eigenes Revier zu suchen.

Die Nistkästen sollten außerhalb der Brutsaison alle paar Jahre gereinigt werden. So eine Aktion kann man auch, falls der Kasten außen am Turm angebracht sein sollte, in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr durchführen.

Falls in Ihrer Gemeinde Bau- oder Sanierungsmaßnahmen am Kirchengebäude anstehen: Fragen Sie doch im Vorfeld das Umweltbüro der württembergischen Landeskirche an - damit Turmfalke, Fledermaus und Schleiereule auch in Zukunft weiterhin treue Kirchgänger bleiben können.