Weihnachtsmenü - Festtagsgenuß mit gutem Gewissen

Ein guter Vorsatz fürs Weihnachtsmenü wäre nur saisonale, regionale und ökologische Lebensmittel zu verwenden. Wer auf heimisches Fleisch, Obst und Gemüse zurückgreift, vermeidet lange Transportwege, oftmals mit dem Flugzeug. Entscheidet man sich für Nahrungsmittel aus ökologischem Anbau, fördert man auch noch die naturverträgliche Landwirtschaft.

Vegane bzw. vegetarische Ernährung findet immer mehr Zuspruch. Wäre durchaus auch beim Weihnachtsmenü denkbar: Wie wäre es z. B. mit einer Vorspeise aus Feld- bzw. Ackersalat? Dieser hat im Augenblick Saison, ist vitaminreich und schmeckt außerdem sehr gut. Gut passen dazu angeröstete Sonnenblumen- oder Walnusskerne. Oder eine vegane Rote Beete-Suppe und als Hauptgang Serviettenknödel oder Kartoffelpüree und Pilze und als Nachtisch Bratapfel im Blätterteigmantel.

Wenn nicht die vegane oder vegetarische Alternative gewählt wird, dann sollte doch beim Festtagsbraten darauf geachtet werdem, dass das Tier artgemäß gehalten wurde. Frisches Geflügel oder den Schweine- bzw. Rinderbraten kann man oft auf Wochen- oder Bauernmärkten vom Direktvermarkter beziehen. Vielleicht hat man auch die Möglichkeit das Geflügel direkt beim Bauern einzukaufen. Vor Ort kann man sich dann gleich über die Hal­tungsbedingungen der Tiere informieren. Im Supermarkt im Tiefkühlregal sollte man sich nicht von Bezeichungen wie "vom Bauernhof" oder "Kontrollierte Aufzucht" täuschen lassen. Stehen solche Bezeichnungen oder gar keine nähere Angaben über die Haltungsform darauf, so stammen diese Tiere in der Regel aus intensiver Massenhaltung, ohne Sonnenlicht und ohne Bademöglichkeit. Zudem stammen nur ca. 15 Prozent der Gänse aus deutscher Produktion, der Großteil der verzehrten Weihnachtsgänse daher aus Polen und Ungarn. Gänsekeulen und -brüste aus Ungarn sind zudem häufig "Abfallprodukte der Stopfleberproduktion". In der Vergangenheit wurde zudem in Polen und Ungarn immer wieder illegaler Lebendrupf aufgedeckt. Bei Gänsen im Supermarkt daher auf den Aufdruck D/D/D achten: Nur diese Gänse sind in Deutschland geschlüpft, wurden hier gemästet und auch geschlachtet.
Hat man die Auswahl, so sollte man Tiere aus "Bäuerlicher Auslaufhaltung" oder noch besser aus "Bäuerlicher Freilandhaltung" wählen. Das Minimum sollte die "Auslaufhaltung" sein, bei dieser müssen die Tiere zumindest für die Hälfte ihres Lebens tagsüber Auslauf ins Freie haben. Bei der extensiven Bodenhaltung werden die Tiere nur im Stall gehalten. Bei ökologisch wirtschaftenden Betrieben ist eine traditionelle Auslaufhaltung vorgeschrieben. Bio-Federvieh wachst zwei Monate länger, wiegt weniger und hat dadurch natürlich auch seinen Preis.

Möchte man kein Geflügel als Weihnachtsmenü so kann man auch heimisches Lamm, am bestem direkt vom (Wander-)Schäfer zu kaufen. So trägt man dazu bei, daß unsere viel­fältige Kulturlandschaft, z. B. die Trockenwiesen der Schwäbischen Alb, durch die Bewei­dung erhalten bleibt. Auch gegen den traditionellen Weihnachtskarpfen ist aus ökologischen Gründen nichts einzuwenden.

Als Nachtisch kommen nicht nur exotische Südfrüchte in Frage. Gefüllte Bratäpfel verströmen in der Wohnung einen wundervollen Duft, erinnern vielleicht an vergangene Kindertage.