Praktische Hilfe

Vorbildlich gestaltetes Wildbienenhaus, sogar mit Dachbegrünung.

Vorbildlich gestaltetes Wildbienenhaus, sogar mit Dachbegrünung.

1. Bau von Nisthilfen

In einen gut abgelagerten Hartholzblock (z. B. Esche) werden Löcher mit verschiedenen Durchmessern (2-10 mm) gebohrt. Die Tiefe sollte ca. 6 cm betragen (nicht ganz durchbohren). Nach dem Bohren der Löcher sollte die Holzoberfläche mit feinem Sandpapier geglättet werden, damit die Nesteingänge nicht durch querstehende Fasern versperrt sind. Das Bohrmehl sollte dann auch noch herausgeklopft werden. Hohle Pflanzenstängel (z. B. Bambus, Schilfstängel, Holunderstängel, Brombeerstängel, Königskerzenstängel) bündeln und in Konservendosen oder (dachförmige) Kistchen stecken. Auch die Öffnungen von Lochziegel eignen sich sehr gut zum Befüllen mit Pflanzenstengeln. Optimal ist es wenn die Pflanzenstängel um die 6 cm lang sind und am hinteren Ende verschlossen sind. Kommt man an alte Hohlstrangfalzziegel, die gelegentlich zum Decken denkmalgeschützter Gebäude verwendet werden, so eignen diese sich nach Nachbearbeitung von verengten Öffnungen der Löcher mit einem Steinbohrer wunderbar für verschiedene Mauerbienen-Arten. Die Unterkünfte sollen anschließend in Augenhöhe an einem regengeschützten Ort angebracht werden (z. B. an einer sonnigen Hauswand ). Am besten ist es wenn die Nisthilfen in Süd-Ost, bzw. Süd-West- Ausrichtung angebracht werden. Wichtig ist auch, dass die Gänge waagrecht orientiert sind und dass die Nisthilfe nicht frei herumbaumelt.

Wenn Platz (und Zeit) vorhanden ist kann aus mehreren solcher Elemente ein Wildbienenhaus (mit Dach als Regenschutz und Rückwand als Windschutz) gebaut werden. Ist die Nisthilfe einmal angebracht sollte sie während des Sommers nicht mehr bewegt werden, damit sie von den Bienen auch wieder gefunden wird. Während des Winters sollte die Nisthilfe auf keinen Fall ins Haus gebracht werden, dort würden die Bienen vorzeitig schlüpfen und dann sterben.

2. Verbesserung des Nahrungsgrundlage - naturnaher Garten

Parallel zum Bau von Unterkünften macht es Sinn in der Umgebung das Nahrungsangebot für die Wildbienen (und damit auch für Schmetterlinge und andere Insekten) zu verbessern. Auch dies eignet sich sehr schön als Projekt, z. B. mit dem Kindergarten. Allgemein gesagt sind Wildpflanzen für Wildbienen besser als sterile Zuchtformen geeignet, ungefüllte Blüten besser als gefüllte. Gerne besucht von den Wildbienen werden z. B. Kornblume, Klatschmohn, Natternkopf oder Wilde Möhre.

Sehr gut sind auch Wildblumensaatmischungen, die im Frühjahr auch gut in Balkonkästen ausgesät werden können. Auch in der Küche verwendbare Gartenkräuter können wertvolle Pollen- und Nektarspender für die Wildbienen sein (Schnittlauch, Basilikum, Thymian, Majoran, Rosmarin und Salbei). Es könnte mit den Kindergartenkindern sowie engagierten Eltern und Gemeindemitgliedern eine Kräuterspirale angelegt werden.

Ideal wäre wenn von Frühjahr bis Herbst immer irgendwelche Pflanzen blühen. So können z. B. im Herbst in Wiesen, die im Frühjahr nicht so früh gemäht werden, Blumenzwiebel von botanischen Krokussen, Winterlinge, Schneeglöckchen, Wildtulpen, Anemonen, Blaustern und Lerchensporn z. B. um Bäume gesteckt werden, diese Zwiebelpflanzen verwildern und geben nach einigen Jahren ein ganz zauberhaftes Bild ab. Ein Staudenbeet (mit alten Bauernblumen wie Lilien, Pfingstrosen, Blaukissen, Steinkraut, Schleifenblume oder Akelei) könnte angelegt werden. Auch Sonnenblumen passen gut in solch ein Beet. Hierbei sind für die Wildbienen aber nur samenfeste Sonnenblumen nutzbar, da nur diese Pollen und ausreichend Nektar haben. Bestellen können Sie solche Sonnenblumensorten  z. B. beim Netzwerk Blühende Landschaft.

Es könne zusätzlich an einer Mauer oder am Rand des Gartens ein wärmeliebender Blumensaum angesät werden (z. B. mit Königskerze, Natternkopf; Flockenblume…). Falls Platz natürlich auch eine Hecke mit einheimischen Sträuchern (Wildrose, Kornelkirsche, Kopfweide…) gepflanzt werden. Der Nebeneffekt von solch einem blütenreichen abwechslungsreichen Garten ist, dass immer wieder Blumen und Zweige auch für Altarschmuck verwendet werden können.

Trockenmauern (nicht mit Mörtel verfüllt), deren Fugen mit Steingartenpflanzen bepflanzt sind, sind auch optisch eine Bereicherung für den Garten. Diese geben Wildbienen sowie Eidechsen und Blindschleichen Heimat, sind allerdings etwas aufwendiger in der Anlage, hier ist handwerkliches Geschick und am besten auch Erfahrung erforderlich.

In solch einem (Pfarr-)Garten werden sich schnell Wildbienen und andere Tiere einfinden. Kindergartenkinder, Konfirmanden, sowie alle anderen Gemeindemitglieder können mit etwas Glück bei gutem Wetter das faszinierende Leben der Wildbienen beobachten. Diese Mitgeschöpfe lassen uns staunen über die großartige Schöpfung. Von ihnen können wir viel lernen und erfahren: Kein Lebewesen und sei es noch so klein und unscheinbar ist unnötig ist. Jedes hat seine Aufgabe, wird gebraucht und lobt so Gott, den Schöpfer, auf seine Weise.

Gott sprach: Die Erde lasse aufgehen Gras und Kraut… Und Gott sah, dass es gut war.

1. Mose 1,12

Leberblümchen sind im Frühjahr ein guter Pollenlieferant für Wildbienen.

Leberblümchen sind im Frühjahr ein guter Pollenlieferant für Wildbienen.