Kurzbericht: Energiemanagement 2009 bis 2017

Das Projekt Energiemanagement begann 2009 mit dem Ziel, durch den bewusst sparsamen Umgang mit Wärme, Strom und Wasser Kirchengemeinden zum umweltbewussten und schöpfungsgerechten Handeln zu führen.

Inhalte:

 

Das Projekt Energiemanagement kann in zwei Phasen unterteilt werden:

  • In der Zeit von 2009 bis 2013 lag der Schwerpunkt auf einer schnellen, großflächigen Verbreitung des Energiemanagements in den Gemeinden und im Aufbau des Grünen Datenkontos - einer Onlinedatenbank zur Erfassung und Auswertung der Energiedaten.
  • In den Folgejahren lagen die Aufgaben darin, das Energiemanagement zu vertiefen, die Gemeinden bei ihrer Arbeit zu unterstützen, Arbeitshilfen und einen automatisierten Energiebericht zur Verfügung zu stellen und Fortbildungen anzubieten.

Beispiel: monatliche Verbrauchserfassung und Überprüfung im Grünen Datenkonto


Bis 2013 hatten ca. 600 Gemeinden mit dem Energiemanagement begonnen. Dadurch, dass die Projektstelle vorübergehend nicht besetzt war, durch die gesunkenen Energiekosten und neuen Aufgabenstellungen innerhalb den Kirchengemeinden ist die Zahl der aktiven Gemeinden auf ca. 250 zurückgegangen.

 

 

Insgesamt wurde das Energiemanagement innerhalb der einzelnen Dekanate sehr unterschiedlich angenommen. Während in manchen Kirchenbezirken am Anfang keine Kirchengemeinden teilnahmen, wurde es in anderen fast flächendeckend eingeführt. Während ein Teil der Gemeinden schon nach kurzer Zeit wieder abgesprungen ist, wurde auf der anderen Seite in einigen, wenigen Dekanaten das Energiemanagement langfristig eingerichtet.

Detaillierte Informationen zum Stand und zur Entwicklung des Energiemanagements innerhalb einzelner Kirchenbezirke sind auf Nachfrage über das Umweltbüro erhältlich: umweltdontospamme@gowaway.elk-wue.de

 

 

Jahresablauf im Energiemanagement

Energiemanagement funktioniert dann erfolgreich, wenn es in den Ablauf des Gemeindejahres integriert wird und regelmäßig stattfindet. Sind einzelne Mesner*innen oder Hausmeister*innen alleine dafür zuständig, so werden sie auf Dauer oft überfordert.

Ein Energieteam ist dann gut aufgestellt, wenn jemand, der regelmäßig vor Ort ist und jemand, der Mitglied im Kirchengemeinrat oder Bauausschuss ist, zusammenarbeiten.

Neben der monatlichen Verbrauchsdatenüberwachung und Auswertung sollten ein jährlicher Gebäuderundgang zur Erfassung der „Vor-Ort-Situation“ und das Erstellen eines kleinen Verbesserungsprogramms, sowie die Vorstellung der Ergebnisse im Kirchengemeinderat zu den Aufgaben des Energieteams gehören.

 

 

Die EnergieAgentur.NRW - Energie & Kirche hat aktuell die Daten, die im Grünen Datenkonto eingetragen sind, ausgewertet:
(Der Wärmeverbrauch ist witterungsbereinigt)

  • Zwischen 2010 und 2016 lag die Einsparung im Wärmebereich bei 11,1 Prozent. Überraschenderweise war bei den Kirchen und den Schulen im letzten Jahr ein Anstieg zu verzeichnen. In den Schulen dürfte sich eine Anhebung der Brauchwassertemperatur auf Grund der Legionellen-Problematik auswirken. Kindergärten, Gemeindezentren, Gemeindehäuser und Kirchen weisen eine erheblich größere Einsparung auf (9-15 %). Unterdurchschnittlich ist die Einsparung bei den Verwaltungsgebäuden.
  • Beim Strom wurde im gleichen Zeitraum der Verbrauch um durchschnittlich 6,7 % reduziert. Dem allgemeinen Trend der Verbrauchssenkung von 6,5 - 16 % läuft vor allem der in den Kindertagesstätten entgegen (+1,5 %). Hier dürfte sich der allgemeine Trend zur Übermittag- und U3-Betreuung auswirken.

Entwicklung des Wärme- und Stromverbrauchs (in kWh) der Gebäude, von denen vollständige Daten im Grünen Datenkonto vorlagen.


Mit dem Energiemanagement haben Kirchengemeinden die Möglichkeit erhalten, den Energieverbrauch in ihren Gebäuden mit wenig Aufwand zu kontrollieren und zu reduzieren. Die Gemeinden profitieren von den eingesparten Kosten, erkennen Fehler in den Anlagen zeitnah und sind sich über die Schwächen ihrer Gebäude und Anlagen bewusst. Energiemanagement ist ein wesentlicher Baustein zum schöpfungsgerechten Handeln innerhalb der Gemeinden und ein „Muss“ im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes der Landeskirche. 

 

 

Erklärfilm zum Heizen der Kirche

Die Aufgabenbereiche des Energiemanagements erstrecken sich von der Sensibilisierung der Kirchengemeinde für einen ressourcenschonenden Umgang mit Energie über die Einführung in das Grüne Datenkonto und in das System Energiemanagement. Hierzu bedarf es einer kontinuierlichen Betreuung und Weiterentwicklung des Grünen Datenkontos ebenso, wie die Vermittlung von Wissen an die Teilnehmenden, das von Schulungen über Broschüren, Checklisten, Onlineangeboten wie Newsletter, Website, Fernkurs und Erklärfilmen bis zum Besuch in den Gemeinden reicht.

 

Im Verlauf der bisherigen Projektphasen wurde klar, dass es nicht genügt, die Gemeinden nur ins Energiemanagement einzuführen. Eine laufende Unterstützung, z. B. beim Wechsel der Personen im Energieteam und Hilfestellung für offene Fragen sind ebenso nötig wie die Ermutigung und Bestärkung der Aktiven zum „kontinuierlichen Weitermachen“. Soll Energiemanagement in den Gemeinden erfolgreich weitergeführt werden, ist eine dauerhafte Besetzung der Projektstelle erforderlich.

Diese Zusammenfassung sowie einen ausführlichen Bericht erhalten Sie als Download oder in gedruckter Form über das Umweltbüro: umweltdontospamme@gowaway.elk-wue.de bzw. Tel. 0711-229 363 250

Februar 2018