Klimaschutz in der Landeskirche - was wurde bereits erreicht?

In der ersten Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts wurden für die Jahre 2005, 2010, 2015 und 2016 der Bedarf an Strom und Wärme in den Gebäuden, die zurückgelegten Fahrten und die Mengen aus Beschaffung und Ernährung ermittelt und daraus die emittierten CO2-Emissionen errechnet.
Dabei wurden im Jahr 2005 etwa 122.000 Tonnen CO2-Emissionen durch das kirchliche Handeln verursacht, die bis zum Jahr 2010 auf 109.000 Tonnen (-10 %) zurück gingen. Für das Jahr 2015 wurde eine Einsparung von 25 % ermittelt (91.000 Tonnen CO2) und somit das gesetzte Ziel erreicht. Für die Folgejahre 2016 und 2017 hat eine Erhöhung der CO2-Emissionen stattgefunden – die Werte bleiben hinter dem gesteckten Ziel zurück.

Der größte Anteil der CO2-Emissionen geht auf die benötigte Wärme in den Gebäuden zurück. In diesem Bereich wurden inzwischen auch die größten Einsparungen erzielt. An Platz zwei stehen die Emissionen aus dem Stromverbrauch, gefolgt von den Emissionen durch Verkehr und Beschaffung.

Immobilien

Für knapp 6.000 Gebäude mit einer Fläche von ca. 2 Mio. Quadratmetern wurde der Strom- und Wärmeverbrauch erfasst und über die verwendeten Ressourcen zur Energiegewinnung (Heizöl, Gas, Strom…) der Ausstoß an CO2-Emissionen ermittelt.

(Die Berechnung basiert auf dem bundesdeutschen Strommix)

Im Gebäudebereich sind die Emissionen von 100.000 Tonnen auf 70.000 Tonnen gesunken und es wurde zwischen den Jahren 2005 und 2015 eine Einsparung der Treibhausgasemissionen von 30 % erreicht. Hauptursache hierfür ist die Einsparung an Strom (15 %) und Wärmeenergie (20 bis 25 %).
Die Anzahl der gasbeheizten Gebäude hat leicht zugenommen und liegt bei ca. 45 %, der Anteil der Ölheizungen ist von 30 % auf ca. 14 % zurückgegangen. Bei den elektrisch beheizten Anlagen (ca. 30 %) ist eine Verschiebung vom allgemeinen deutschen Strommix hin zum Ökostrom (Strom aus Erneuerbaren Energien) zu beobachten. Inzwischen wird für 68 % der Gebäude Ökostrom eingekauft.
Berücksichtigt man in der CO2-Bilanz für Ökostrom die deutlich niedrigeren CO2-Äquivalente, so wurde der CO2-Ausstoß zwischen den Jahren 2005 und 2015 um fast 50 % verringert.

Mobilität

In die Bilanzierung der CO2-Emissionen für die Mobilität wurden die Arbeitswege und Dienstfahrten/ -reisen von ca. 26.650 Mitarbeitenden in der Landeskirche und die Wege der Besucher(innen) von Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen eingerechnet.

Für die Mobilität wurde im Jahr 2015 eine Einsparung von etwa 21 % CO2-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2005 erreicht. Dabei wurden die zurückgelegten Strecken um 8 % reduziert und vermehrt öffentliche Verkehrsmittel genutzt.
Der größte Anteil der Treibhausgase wird durch die Wege der Mitarbeitenden (ohne Ehrenamtliche) von und zum Arbeitsplatz verursacht.
Der Anteil der Dienstreisen liegt inzwischen unter 20 % und hat in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen.
Ebenso werden geringere Wegestrecken durch BesucherInnen von kirchlichen Veranstaltungen und der Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden und in den Bezirken zurückgelegt. Hier ist der Rückgang der Gemeindegliederzahl von fast 12 % deutlich spürbar.

Zusammenhang zwischen Verkehrsmittel und Treibhausemissionen am Beispiel der Arbeitswege in den Kirchengemeinden: Während der Anteil der PKW-Fahrten nur bei 37 % der genutzten Verkehrsmittel liegt, beträgt der Anteil der zurückgelegten PKW- Strecken 68 % und die durch PKW-Fahrten entstandenen CO2-Emissionen belaufen sich auf 95 %.

Der hohe Anteil an Treibhausgas für den PKW-Verkehr zeigt auf, wie wichtig es ist, die individuellen PKW-Fahrten zukünftig zu reduzieren.

Beschaffung und Ernährung

Die Treibhausemissionen für die eingekauften Waren und Verbrauchsgüter wurden für das Jahr 2015 mit einem prozentualen Aufschlag von 12 % auf die ermittelten Emissionen aus den Bereichen Immobilien und Mobilität geschätzt. Die Jahre 2005 und 2010 wurden rückwirkend an Hand der Zahlen aus dem Klimaschutzkonzept 2012 und den aktuell erfassten Daten angepasst. 

Die CO2-Emissionen sind in den Jahren 2005 bis 2015 von 7.300 Tonnen auf 9.800 Tonnen CO2-Emissionen um 35 % angestiegen. Während z. B. beim Papierverbrauch durch die Umstellung auf Recyclingpapier die Emissionen um ca. 20 % zurückgegangen sind, hat der Bereich Ernährung deutlich zugelegt, da in den Kindergärten die Anzahl der Mittagessen von etwa 900.00 Essen im Jahr 2005 auf 2,1 Mio. Essen im Jahr 2015 angestiegen sind. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen.