Handlungsfelder im Immobilienbereich

Um das Ziel der klimaneutralen Kirche zu erreichen, sind im Gebäudebereich Maßnahmen zu ergreifen, die den Energieverbrauch auf etwa die Hälfte senken. Der verbleibende Energiebedarf ist durch erneuerbare Energien oder nachwachsende Rohstoffe zu decken. 

Die Reduzierung des Energieverbrauchs kann durch die Optimierung des laufenden Betriebs, durch Mindeststandards bei Neubauten und Sanierungen und durch die Reduzierung oder Umnutzung von beheizter Fläche bei sinkenden Gemeindegliederzahlen bewerkstelligt werden. 
Da etwa 76 % der erzeugten CO2-Emissionen im Immobilienbereich entstehen, kommt diesem Bereich eine besondere Bedeutung zu.

Potenzialanalyse für den Gebäudebereich

Für die CO2-Reduzierung im Gebäudebereich sind nachfolgende Einsparungen möglich/zu erwarten:

  • Durch die Veränderung des bundesdeutschen Strommix: minus 35 %
  • Werden die Ölheizungen und die Heizanlagen mit Erd- und Flüssiggas auf Holzpellets, Hackschnitzel oder Wärmepumpen umgestellt, geht der CO2-Ausstoß bei gleichbleibendem Energiebedarf um etwa 70 % zurück.
  • Durch die energetische Sanierungen der Gebäude (ohne Kirchen), ist eine Einsparung von 25 bis 30 % beim Energieverbrauch und den CO2-Emissionen zu erwarten.
  • Eine Reduzierung der Gebäudeflächen führt zu einem geschätzten Rückgang von 8 bis 10 % beim Energieverbrauch und CO2-Ausstoß.
  • Durch ein funktionierendes Energie- und Umweltmanagement können 10 % des Stromverbrauchs und 15 % der Wärmeenergie eingespart werden, was zu einem um 14 % geringeren CO2-Ausstoß führt.

Insgesamt kann der Energieverbrauch um 55 % gesenkt werden und die Treibhausemissionen gehen, werden alle Maßnahmen ausgeschöpft, auf 6 % des ursprünglichen Wertes aus dem Basisjahr 2005 zurück.

Vor allem beim Gebäudebereich sind langfristige Planungen notwendig. Eine heute eingebaute Heizanlage oder die Sanierung einer Außenwand hat in den nächsten 20 bis 30 Jahren Bestand. Das bedeutet, dass diese „Umbauten“ heute schon bestimmen, welche Ziele in 20 oder 30 Jahren erreicht werden können.

Gemeinden mit Energiemanagement oder dem Grünen Gockel zeigen bereits heute, wie sparsamer Umgang mit Energie funktioniert! 

Handlungsfelder im Bereich Mobilität

Im Bereich der Mobilität ist der Fokus auf die Reduzierung des Individualverkehrs zu richten. Neben dem Vermeiden von Fahrten ist der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und Fuß- und Radverkehr ebenso zu fördern, wie die Bildung von Fahrgemeinschaften.

Neben einer „Umrüstung“ auf E-Fahrzeuge muss die Vermeidung bzw. Reduzierung des Individual-verkehrs im Vordergrund stehen:
Inlandsflüge sind zu vermeiden.

Potenzialanalyse für den Bereich der Mobilität

Für die weitere CO2-Reduzierung im Bereich der Mobilität wurden nachfolgende Veränderungen bilanziert:

  • Werden 10 % der Arbeitswege und Dienstreisen durch die Nutzung von digitalen Medien eingespart, lassen sich 3 % der Wegstrecken und der CO2-Emissionen verringern.
  • Werden weitere 30 % der Arbeitswege und 20 % der Dienstreisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, kann der CO2-Ausstoß um weitere 19 % gesenkt werden.
  • Wird der jetzige Anteil der Rad- und Fußwege zum Arbeitsplatz und zum Gottesdienst um 50 % erhöht und im Bereich der Dienstwege um 25 %, so werden die CO2-Emissionen um 17 % reduziert.
  • Durch die Bildung von Fahrgemeinschaften können die Emissionen in Höhe von 20 % reduziert werden.
  • Gelingt es, auf Flüge innerhalb Deutschlands zu verzichten, so lassen sich die Flugstrecken um ca. 30 % verringern.
  • Werden die verbleibenden PKW-Fahrten in Höhe von etwa 30 Mio. Kilometern im Jahr zu 90 % auf kleine Elektrofahrzeuge mit Strom aus erneuerbaren Energien umgestellt, sinkt der CO2-Ausstoß um weitere 70 bis 80 %.

Insgesamt können durch alle Maßnahmen zusammen die Wegstrecken um 30 - 35 % gesenkt und etwa um 40 Mio. PKW-Kilometer reduziert werden. Die Treibhausgasemissionen gehen durch die Maßnahmen auf 8 bis 10 % des ursprünglichen Wertes aus dem Jahr 2005 zurück.

Handlungsfelder in den Bereichen der Beschaffung und Ernährung

Die drei Säulen der nachhaltigen Beschaffung bedeuten, dass neben dem Preis (bei der Anschaffung und im laufenden Betrieb) die sozialen Aspekte (Kinderarbeit, fairer Lohn, Gesundheitsschutz…) und ökologische Gesichtspunkte (Energie- und Ressourcenverbrauch, Schadstoffe bei der Erzeugung, beim Betrieb und bei der Entsorgung, Haltbarkeit, Erhalt der Artenvielfalt, Tierwohl...) in die Kaufentscheidung mit einzubeziehen sind.

Schwerpunkte für einen ökofairen Einkauf sind:

  • Lebensmittelbeschaffung: regional, saisonal, fleischreduziert
  • Energieeffiziente Elektrogeräte
  • Recycling-Papier, ökologische Büro- und Bastelartikel
  • Langlebige, umweltfreundliche, robuste Bodenbeläge und darauf abgestimmte, schadstoffarme Reinigungsmittel und -methoden
  • Ökologische Baustoffe und Raumausstattungen
  • Schadstofffreie Hygiene- und Pflegemittel
  • Schadstofffreies, langlebiges Kinderspielzeug

Die Beschaffung von Einmalprodukten ist so weit wie möglich zu vermeiden, Mehrwegsystemen ist der Vorzug zu geben.

Neben dem sparsamen Gebrauch sind der Werterhalt und somit eine möglichst lange Nutzungsdauer ein weiterer Gesichtspunkt (Qualität statt Quantität).

Potenzialanalyse für die Bereiche Beschaffung und Ernährung

  • Zwischen den Jahren 2005 und 2015 hat die Anzahl der Essen im Kindergarten stark zugenommen, so dass trotz der Einsparungen in anderen Bereichen, wie Papier, der CO2-Ausstoß um 33 % zugenommen hat.
  • Auf Grund der Alterspyramide wird die Zahl der Kindergartenkinder abnehmen, was langfristig einen Rückgang der CO2-Emissionen um 15 % erwarten lässt.
  • Bei einer Ernährung mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln und wenigen fleischhaltigen Gerichten können die CO2-Emissionen um ca. 8 % reduziert werden
  • Durch die Umstellung von Papier auf digitale Medien können etwa 3 % der Treibhausgase im Bereich Beschaffung eingespart werden.

Insgesamt ist im Bereich Beschaffung und Ernährung vorerst mit keiner Einsparung zu rechnen.