Zum Tod von Manfred Ruckh

Manfred Ruckh - unermüdlicher Streiter für die Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden ist tot.
Seit 2002 war er Umweltauditor in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und 2003 begann er als Revisor. Dabei hat er zahlreiche Kirchengemeinden und Einrichtungen auf dem Weg zum Grünen Gockel begleitet, beraten und zu unterstützt.

Leuchtend blaue Augen, meist mit einem verschmitzten Lächeln, immer unterwegs, kommunikativ, zugewandt, in vielen Bereichen engagiert, streitbar und gleichzeitig ausgleichend, begeistert und begeisternd, motivierend, sehr wertschätzend, aufmerksam für kleine wie große Dinge - so steht er vor meinen Augen. 

2001 war er dabei beim 3. Ausbildungskurs für kirchliche Umwelauditorinnen und -Auditoren in der württembergischen Landeskirche - 2002 wurde er vom damaligen Landesbischof Gerhard Maier zusammen mit seinen Kurskolleginnen und -kollegen aus Kurs 1, 2 und 3 in die Landeskirche ausgesandt, Kirchengemeinden und Einrichtungen auf dem Weg zur schöpfungsgerechten Gemeinde und Einrichtung zu begleiten, zu beraten und zu unterstützen. 

Und dieser Aufgabe kam er mit großer Lust und großem Engagement nach. Seine erste Gemeinde, die Albert-Schweitzer-Gemeinde Tübingen, wurde 2019 zum sechsten Mal validiert. 

Er begleitete, beriet und unterstütze bei der Einführung des Grünen Gockels/EMAS die Kirchengemeinden in Leonberg (Stadtkirchen- und Gartenvorstadtgemeinde), später dann auch die Ausweitung des Grünen Gockels auf die fusionierten Gemeindebereiche. Dornstetten, Holzgerlingen, in Geislingen die Martinsgemeinde, Weil der Stadt-Merklingen, die Jakobusgemeinde Tübingen, das Evangelische Heidehof Gymnasium Stuttgart,... waren weitere Einsatzorte. 

Und auch nach der 1. Validierung hielt er Kontakt, führte interne Audits durch, war bei allen Fragen und Schwierigkeiten da, aber auch bei den freudigen Ereignissen. 

Schon 2003 machte er die Ausbildung zum Kirchlichen Umweltrevisor (dem kirchlichen Umweltgutachter für Grüne-Gockel-Gemeinden) und war auch mit dieser Aufgabe in der ganzen Landeskirche unterwegs, viele Gemeinden wurden von ihm begutachtet (u. a. Horb, Großdeinbach, Tettnang, Sulgen, Lauterbach, Friedenskirche Stuttgart, Eberhardgemeinde Tübingen, Welzheim, Oberaichen,...) Als Umweltgutachter sind seine Verdienste unschätzbar - viele Gemeinden bzw. ihre Umweltteams hat er ermuntert, motiviert, ihre Arbeit stets wertschätzend wahrgenommen, auch die kleinen Dinge. Und wenn nach 3 Validierungen derselben Gemeinde ein anderer Revisor eingesetzt wurde, war es für beide Seiten sehr hart. 

Manfred arbeitete in Fortbildungsveranstaltungen für Umweltteams aktiv mit, war bei Kirchentagen und anderen Grüne-Gockel-Veranstaltungen dabei - eigentlich unvorstellbar, dass er noch für viele andere Bereiche Zeit fand in seinem Kirchenbezirk, im politischen Bereich, ...

Und jetzt die traurige Nachricht: Manfred Ruckh ist am 14. März mit 70 Jahren nach einer schweren Krankheit gestorben. Er hat viele Gemeinden bzw. ihre Umweltteams ermuntert, motiviert, ihre Arbeit stets wertschätzend wahrgenommen. "Schöpfung bewahren" war für ihn unabdingbar für kirchliches Handeln, war wie soziale Gerechtigkeit einzig möglicher Ausdruck des Glaubens an Gott, den Schöpfer. Der Grüne Gockel hat mit ihm einen wichtigen Mitarbeiter, Begleiter und Unterstützer verloren.

 

Helga Baur