Zum Tod von Prof. Dr. Günther Mack

Prof. Dr. Günther Mack war als Vertreter einer der ersten EMAS- und Grüner Gockelgemeinden von 2000 bis 2010 Mitglied im Fachausschuss Umweltaudit der Landeskirche.
Als Naturwissenschaftler und Christ spannte Günther Mack weite Bögen von physikalischen Erkenntnissen über dringende Umweltfragen bis zu real verwirklichbaren Projekten. So initiierte er die Errichtung von Fotovoltaik-Anlagen auf kirchlichen Gebäuden in Tübingen.

Die Fähigkeit des logischen Denkens, geerdet durch persönliche Frömmigkeit und gestützt durch seine Nähe zur Realität ließ ihn vom Universitätslehrer zum „Ökologischen Gewissen“ der Tübinger Gemeinde werden. Die „Bewahrung der Schöpfung“ fügte sich damit als weiterer Baustein in die von der Leitfigur seiner Heimatgemeinde geprägte Philosophie Albert Schweitzers von der „Ehrfurcht vor dem Leben“ ein.  Seine klare ethische Orientierung für eine Bewahrung der Schöpfung und sein wissenschaftlicher und methodischer  Sachverstand haben wesentlich dazu beigetragen, dass in Tübingen schon bald positive Erfolge in der Energieeinsparung nachweisbar waren.
Nach seiner Emeritierung als Professor für Experimentalphysik an der Universität Tübingen hatte Günther Mack seine Zeit und Fähigkeiten ehrenamtlich in Gemeinde und Landeskirche eingebracht. Sein Engagement für den Klimaschutz basierte auf dem Wissen über die weltweite Beschädigung der Erdatmosphäre durch die menschliche Aktivität. Mit all diesen Vorerfahrungen und mit seinem dringenden Wunsch und Erwartung, dass „seine“ Landeskirche sich für diese Themen stark machen möge, hatte er auch in der Evangelischen Landeskirche bei der Etablierung eines „Umweltaudits in Kirchengemeinden“ maßgeblichen Anteil. Aus diesen Bemühungen entstand das Umweltmanagementsystem „Grüner Gockel“, das er dann zusammen mit der EU-Zertifizierung EMAS in der Albert-Schweitzer-Kirchengemeinde einführte. Darüber hinaus arbeitete er bei schöpfungstheologischen Studientagen mit, bei der Fortbildung von Umweltteams in der Landeskirche, überreichte Grüne-Gockel-Urkunden, war Redner von Festvorträgen (z.B. 10 Jahre Grüner Gockel in Schramberg)
Am Ostermontag, 2. April 2018, zwei Monate nach seinem 91. Geburtstag, ist Günther Mack  gestorben. Für sein hohes Engagement sind wir ihm dankbar!

Romeo Edel, ebenfalls langjähriges Mitglied im Fachausschuss  Umwelt – Klima – Energie:

 

„Verantwortung eines Naturwissenschaftlers für diese Welt,
Verantwortung eines Christenmenschen für die Schöpfung,
im Vertrauen auf den Gott, der Leben schenkt, erhält, bewahrt und vollendet,
das verbinde ich mit Günther Mack.
Eine Kirchengemeinde, ein Kirchenbezirk und eine Landeskirche können sich glücklich schätzen,
ein solches Gemeindeglied unter sich gehabt zu haben.
Dankbar gedenken wir seiner, die wir auf Ebene der Landeskirche mit ihm zusammenarbeiten durften und von seiner Kompetenz und seinem Engagement profitierten. Ich für meinen Teil möchte gerne sein Ansinnen und seine Ziele weiter tragen und umsetzen, …“

(Auszüge aus dem Nachruf der Albert-Schweitzer-Gemeinde Tübingen, Dr. Peter-Joachim Enzmann und aus dem Nachruf von Romeo Edel, Pfarrer Kirche in der Arbeitswelt)